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Studie:Mehr Gewalt an Waldorfschulen

Jugend-Gewalt macht nach einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen auch vor Waldorfschulen nicht Halt: Dort wird sogar häufiger zugeschlagen, als an staatlichen Schulen.

Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtete, kommen der Studie zufolge bestimmte Formen von Gewalt an Waldorfschulen sogar häufiger vor als an staatlichen Grund- und Hauptschulen.

Musikunterricht an der Waldorfschule Uhlandshöhe in Stuttgart

Musikunterricht an der Waldorfschule Uhlandshöhe in Stuttgart

(Foto: Foto: dpa)

Zwar gebe es dort kaum Delikte wie schwere Körperverletzung oder Raub. Die Untersuchung zeige aber, dass Schüler dort öfter geschlagen und getreten werden. Zudem werde ihr Eigentum häufiger zerstört.

Die Erkenntnisse sind ein Teilergebnis einer bereits 2006 vorgestellten Studie, für die knapp 20.000 Schüler befragt wurden.

Darunter waren auch 530 Waldorfschüler. Die Waldorfschulen wollen neben der Vermittlung von Wissen besonders die kreativen Kräfte der Schüler entfalten und ihre soziale Kompetenz entwickeln.

Zwar kämen Waldorfschüler kaum aus Migranten- oder Unterschichtfamilien, aber häufiger als an anderen Schulformen aus gescheiterten Beziehungen, erklärte der Leiter des Instituts, Christian Pfeiffer, der Zeitung. Eltern, die selbst Schwierigkeiten haben, wollten für ihr Kind das Beste tun und schickten es auf eine besondere Schule, um ihr schlechtes Gewissen zu bekämpfen.

Schriften Steiners auf dem Index

Das Kind jedoch wisse mit den unaufgearbeiteten familiären Konflikten nicht anders umzugehen als auf gewalttätige Weise, erläuterte Pfeiffer. Auf die Gewalt wiederum wüssten die Waldorflehrer nicht zu reagieren.

Der Zeitung zufolge beantragte das Bundesfamilienministerium, zwei Bände der Gesamtausgabe des Waldorf-Begründers Rudolf Steiner auf den Index der jugendgefährdenden Schriften zu setzen. Sie seien rassendiskriminierend.