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Studie:Längere Arbeitszeiten senkt die Produktivität

Das Instituts Arbeit und Technik spricht sich gegen die Diskussion über eine Arbeitszeitverlängerung in der Bundesrepublik aus.

Längere Arbeitszeiten machen die deutsche Wirtschaft im internationalen Wettbewerb nach den Ergebnissen einer Studie des Gelsenkirchener Instituts Arbeit und Technik (IAT) nicht konkurrenzfähiger. "Länder wie Frankreich haben deutlich kürzere Arbeitszeiten", sagte IAT-Arbeitszeitexperte Steffen Lehndorff. Trotzdem seien sie produktiver. In Deutschland werde im Schnitt 40 Stunden, in Frankreich weniger als 38 Stunden wöchentlich gearbeitet.

So liege die Arbeitsproduktivität in Frankreich gemessen am EU- Durchschnitt (100) bei 117,9 und in Deutschland lediglich bei 106,8. In Großbritannien würden zwar mehr als 43 Stunden wöchentlich gearbeitet, die Produktivität liege aber bei nur bei 85,5. "Kurze Arbeitszeiten sind eine Produktivitätspeitsche für die Unternehmen, während längere Arbeitszeiten nur einen Anlass zur Zeitverschwendung geben", erläuterte Lehndorff.

Das IAT spricht sich gegen die Diskussion über eine Arbeitszeitverlängerung in der Bundesrepublik aus. Schon jetzt liege die Arbeitszeit 2,5 Stunden über Tarifniveau. Die Arbeitszeitpolitik müsse moderner werden und auch den Wechsel von Voll- in Teilzeitarbeit und wieder zurück erleichtern. "Die aktuelle Debatte um Arbeitszeitverlängerung trägt dagegen nur dazu bei alte Strukturen zu konservieren, sagte Lehndorff.