Statistik:Die Kosten eines Studentenlebens

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Noch ist das Studium in Deutschland gebührenfrei - und geht doch kräftig ins Geld. Wofür Studenten was zahlen und wovon sie leben.

nini

Ein Studium kostet auch ohne Studiengebühren viel Geld: Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums kommen im Schnitt 40.000 Euro zusammen.

Der größte Posten geht Monat für Monat für die Miete drauf. Wie die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zeigt, geben die Studenten fast ein Drittel der ihnen zur Verfügung stehenden Mittel dafür aus. Im Schnitt sind das 250 Euro (inklusive Nebenkosten). Wer in einem Studentenwohnheim unterkommt, steht besser da: Hier liegen die durchschnittlichen Mietkosten bei 181 Euro.

Für ihre Ernährung brauchen Studenten fast 160 Euro monatlich. Rechnet man noch Fahrtkosten, Lernmittel, Krankenversicherung sowie Gebühren für Telefon- und Fernsehen dazu, benötigen Studenten, die nicht mehr zuhause wohnen, im Schnitt 694 Euro pro Monat zum Leben.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat die Ausgaben der Studierenden nach Studiengängen berechnet. Demnach brauchen die Philosophie-Studenten fürs gesamte Studium mit 64.300 Euro im Westen und 51.300 Euro im Osten am meisten, weil sie im Schnitt acht Jahr lang studieren.

Als "günstigstes" Studienfach kommen in dieser Statistik die Rechtswissenschaften weg. Hier summieren sich die Kosten auf 47.800 Euro im Westen und 38.600 Euro im Osten.

Was die Eltern zahlen

Die meisten Studenten könnten ohne Hilfe der Eltern nicht studieren. Wie die Erhebung des Deutschen Stundentenwerks zeigt, werden 89 Prozent finanziell von ihren Eltern unterstützt. Doch nur bei zwölf Prozent decken die Zahlungen von daheim alle Kosten ab.

Im Schnitt gibt's von Mama und Papa 435 Euro monatlich. Wobei der Umfang der elterlichen Unterstützung mit der sozialen Herkunft steigt.

Mehr als zwei Drittel der Studenten, die nicht mehr zuhause wohnen, jobbt neben dem Studium. Der Zeitaufwand dafür reicht von unter vier Stunden bis zur Teilzeitbeschäftigung. Mehr als jeder Zweite könnte ohne diese Einnahmequelle seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten. Der durchschnittliche Zuverdienst liegt bei 325 Euro monatlich.

Wie die Erhebung des Studentenwerks zeigt, nimmt bei Studenten aus hochschulfernen Schichten die Erwerbstätigkeit ab dem neunten Semester "sprunghaft" zu - auf Kosten der Zeit, die fürs Studium investiert wird.

Bafög beziehen 23 Prozent der Studierenden. Sie werden im Schnitt mit 352 Euro gefördert. Von der staatlichen Unterstützung leben kann aber nur ein Prozent. Fast 70 Prozent der Bafög-Empfänger geben laut Studentenwerk an, ohne Bafög nicht studieren zu können.

Ein Blick auf die Einkommenssituation aller Studenten zeigt, dass sie im Schnitt über 767 Euro monatlich verfügen. Wobei die Streuung der Einnahmehöhe laut Studentenwerk "beträchtlich" ist. Rund ein Viertel der Studierenden verfügt über weniger als 600 Euro, ein Viertel über mehr als 890 Euro.

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