Rekordspende an die Columbia University 400 Millionen vom Medienmogul

Der deutsche Immigrant John Werner Kluge baute ein Firmenimperium auf und wurde einer der Superreichen Amerikas. Nun verspricht Kluge seiner alten Hochschule eine Rekordspende - allerdings erst nach seinem Tod.

Von Peter Martens

In den USA ist John Werner Kluge für viele die Verkörperung des amerikanischen Traums. Im Jahr 1922 wanderte der gebürtige Chemnitzer als kleiner Junge mit seiner Familie nach Amerika aus, bekam später ein Stipendium an der renommierten New Yorker Universität Columbia und kaufte 1946 eine kleine Rundfunkstation.

Aus diesen bescheidenen Anfängen baute Kluge die Metromedia Broadcasting auf, verkaufte diese, kaufte weitere Unternehmen dazu und wurde schließlich das, was man in Presseberichten gerne "Medienmogul" nennt.

Das Magazin Forbes, das regelmäßig eine viel beachtete Rangliste der Vermögenden dieser Welt veröffentlicht, listete Kluge von 1989 bis 1991 als reichsten Mann Amerikas auf. Das geschätzte Vermögen des heute 92-Jährigen beläuft sich auf 9,1 Milliarden Dollar (rund 6,8 Milliarden Euro).

Von den Milliarden abgeben

Von diesem Vermögen möchte Kluge gerne etwas abgeben und hat das Objekt seiner Wohltätigkeit auch schon ausgewählt: Seine alte Hochschule, die Columbia University in New York.

Was in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, ist in den USA durchaus üblich: Fundraising, die finanzielle Unterstützung seiner alten Hochschule, weit über den eigenen Abschluss hinaus. Für das Studium an einer Eliteuni wie der Columbia müssen Studenten trotzdem mehrere zehntausend Dollar hinblättern - pro Jahr.

Mehrmals hat der Milliardär Kluge bereits eine Spende an die Columbia überwiesen, bisher insgesamt rund hundert Millionen Dollar. Doch die am Mittwoch bekannt gewordene Summe stellt diese Zuwendungen in den Schatten: Satte 400 Millionen Dollar soll die Eliteuniversität von Kluge erhalten, eine der größten Spenden, die jemals an eine Hochschule gezahlt wurden.

Ungewöhnlich ist nicht nur die Höhe. Kluge hat bestimmt, dass das Geld nicht, wie sonst üblich, für den Bau neuer Gebäude oder eine neue Professur verwendet wird.

"Ich investiere lieber in Menschen als in Steine"

Sie soll ausdrücklich der finanziellen Förderung von Studenten zugute kommen. Die Begründung des Unternehmers: "Ich investiere lieber in Menschen als in Steine." Als Student hatte Kluge selbst von einem Stipendium für die Columbia profitiert.

Universitätspräsident Lee Bollinger zeigte sich sehr glücklich über den unerwarteten Geldregen. "John verwendet seine Großzügigkeit darauf, dass junge Menschen ungeachtet ihres Wohlstands oder des Einkommens ihrer Familie die Chance bekommen, von der Ausbildung an der Columbia zu profitieren.

Johns außergewöhnliches Geschenk wird - in Verbindung mit seinen früheren Spenden - Generationen von Columbiern helfen", erklärte Bollinger in New York.

Eine weitere Bestimmung verhindert allerdings, dass schon heutige Generationen von Studenten in den Genuss dieser Förderung kommen: Kluge hat verfügt, dass das Geld erst nach seinem Tod an die Universität überwiesen wird.