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Eltern:Sparen fürs Studium

Ausbildungsversicherung, Sparpläne, Aktienfonds: Wie Eltern Rücklagen für die Auslagen ihrer Kinder schaffen können.

In vielen Bundesländern gibt es bald möglicherweise Studiengebühren. Eltern, denen diese Aussicht Sorgen macht, können schon bei der Geburt eines Kindes anfangen, Rücklagen für die Ausbildung zu schaffen.

500 Euro Studiengebühren? Allein für die Lebenshaltungskosten kommen für ein Studium mehr als 40.000 Euro zusammen.

(Foto: Foto: dpa)

Dabei hilft ein gezielter Vermögensaufbau mehr als jahrelanges Einzahlen auf ein Sparbuch. Nach Zahlen des Deutschen Studentenwerks (DSW) in Berlin kostet ein in der Regelstudienzeit absolviertes Hochschulstudium im Schnitt rund 42.000 Euro. Erfasst sind aber nur die Lebenshaltungskosten. In manchen Bundesländern ist nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe darüber hinaus von jährlichen Studiengebühren von rund 1000 Euro und mehr die Rede.

"Das Gefühl der Unsicherheit, gerade was die Bildungschancen der Kinder angeht, hat sich verstärkt", beobachtet Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Es verwundere daher nicht, dass viele Eltern damit begonnen haben, für Schul- oder Studiengebühren anzusparen. Geeignet dafür sind laut Grieble alle Anlageformen, die auch zum allgemeinen Vermögensaufbau dienen.

Verbraucherschützer und Vermögensverwalter raten Anlegern, sich nicht nur auf die so genannten Ausbildungsversicherungen zu stützen, die Banken und Versicherungen anbieten. "Dabei handelt es sich im Grunde um eine gewöhnliche Kapital bildende Lebensversicherung, in die monatlich feste Raten eingezahlt werden", sagt Grieble. Der Experte bemängelt die fehlende Flexibilität dieser Produkte. "Ich habe einen festen Zeitpunkt für die Auszahlung, weiß aber doch nicht auf den Monat genau, wann ich das Geld brauche."

Die Stiftung Warentest in Berlin weist darauf hin, dass die Ratenzahlung zur Belastung werden kann, wenn sich die finanziellen Verhältnisse verschlechtern. "Und wenn ich so eine Police vorzeitig auflösen will, bekomme ich nur raus, was ich eingezahlt habe", warnt Lutz Gebser, Vorstandsmitglied im Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VUV) in Frankfurt. Zudem werde vom Versicherer ein Teil des Geldes für Verwaltung und Provisionen einbehalten. Je älter das Kind schon ist, desto weniger lohne daher der Abschluss einer Ausbildungsversicherung, bilanziert die Stiftung Warentest.

Je weniger Geld monatlich für die Sparrücklage übrig ist, desto früher sollten Eltern oder Großeltern mit dem Einzahlen beginnen, rät Peter Grieble. Zu klären sei am Anfang, wann das Kind über das Geld verfügen soll und wie viel die Eltern jeden Monat zur Seite legen können. Von Vorteil sei in jedem Fall, die Sparanlage auf den Namen des Kindes zu führen. "Das Kind hat ja keine eigenen Einnahmen, verfügt aber über einen eigenen Sparerfreibetrag", erklärt Grieble. Der potenzielle Nachteil daran: "Das Geld gehört dann auch dem Kind, sobald es volljährig ist. Wenn es will, steckt es das dann vielleicht lieber in ein sportliches Auto als in ein Studium."

Eine Möglichkeit sind handelsübliche Banksparpläne mit Laufzeiten von bis zu 25 Jahren, erklärt der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) in Berlin. Wie die Ausbildungsversicherungen sind Banksparpläne in der Regel aber wenig flexibel, denn sie haben feste Laufzeiten, urteilt die Stiftung Warentest.

Für risikoorientiertere Anleger kommen laut BVR auch jederzeit verfügbare Fondssparpläne in Frage. Laut Peter Grieble sind auch Tagesgeldkonten, Bundeswertpapiere oder Aktienfonds geeignet. "Günstig ist es, die Anspargelder auf verschiedene Anlageformen zu verteilen. Welche Formen in welcher Mischung am besten zu mir passen, hängt aber vor allem von meiner persönlichen Risikoneigung ab." Die Stiftung Warentest rät bei Fonds wegen der hohen Renditemöglichkeiten vor allem zu breit streuenden, internationalen Aktienfonds.