Aus Misserfolgen lernen:Nicht am Boden liegen bleiben

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Fehlervermeider sind anfälliger für Misserfolge

Aber auch die Strategien im Umgang mit Erfolg können sehr unterschiedlich sein, sagt Galais. Grundsätzlich gibt es zwei Typen: den Erfolgsorientierten und den Fehlervermeider. "Niemand ist zu 100 Prozent der eine Typ oder der andere", sagt die Psychologin. "Das mischt sich natürlich." Der Fehlervermeider ist eher anfällig für Misserfolgserlebnisse und in der Regel häufiger frustriert.

Für das berufliche Vorwärtskommen ist das nicht entscheidend: "Erfolgsorientierte sind nicht grundsätzlich erfolgreicher als Fehlervermeider", sagt Galais. "Aber Fehlervermeider sind stärker gefährdet, psychosomatische Symptome zu entwickeln." Und sie sind potenziell weniger glücklich: Denn wer sich Erfolge wünscht, kann sich in der Regel ausdrücklich freuen, wenn sie sich einstellen. Wer vor allem Fehler vermeiden möchte, ist einfach nur erleichtert, wenn er keine macht.

Selbstverantwortung übernehmen

Boris Grundl hat eine ganze Menge Erfahrung mit Niederlagen und Rückschlägen: Tauchen, Tennis, Fallschirmspringen waren nur ein paar seiner Hobbys, bis ein Unfall all das zunichtemachte. Mit Mitte 20 war Grundl plötzlich gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. Nur noch zehn Prozent seiner Muskeln taten ihren Dienst. "Ich war ein Fall für die Sozialhilfe", erzählt er. Heute lebt Grundl wieder in seinem Heimatort Trossingen am Rand des Schwarzwalds, spielt Rollstuhl-Rugby und ist Management-Trainer. Seine Botschaft lautet: Selbstverantwortung übernehmen.

"Hilflosigkeit ist erlernt", betont er. Wir alle neigten dazu, immer andere für das eigene Scheitern verantwortlich zu machen. Aber es bringe nichts, sich einzureden, der Chef, die Familie oder die eigene Erziehung seien schuld an Misserfolgen. "Wenn man selbst die Verantwortung dafür übernimmt, kann man auch Hürden nehmen und auf diese Weise positive Erfahrungen machen", sagt Grundl. "Dann liegt der Weg vor einem." Nicht "alles ist möglich" sei dabei das Motto, aber: "Es gibt viel mehr Möglichkeiten, als ich denke."

Entscheidend sei, sich innerlich aufzurichten, auch wenn man gerade am Boden liegt. Wenn es nicht funktioniert wie gewünscht, müsse man eben daran arbeiten, wie es sich trotzdem hinkriegen lässt: "Dabei gibt es kein "Nie"", sagt Grundl, "sondern nur ein "Noch nicht" oder "So nicht"."

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