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Schilddrüsenüberfunktion:Radiojodtherapie oder Operation

Welche Ursache einer Überfunktion zugrundeliegt, lässt sich in einer Blutuntersuchung und im Ultraschall feststellen. Mitunter kann der Arzt bereits beim Abtasten des Halses spüren, ob Knoten vorhanden sind. "Bei einer Überfunktion ist der TSH-Wert im Blut sehr niedrig. In schweren Fällen ist er gar nicht mehr messbar", sagt Weber. Das Hormon TSH regt die Hormonbildung an. Zirkulieren bereits zu viele Hormone im Blut, ist sein Wert extrem niedrig.

Zusätzlich wird die Schilddrüse im Ultraschall nach Veränderungen wie Knoten abgecheckt. In einer Schilddrüsenszintigrafie lässt sich feststellen, ob es sich um heiße oder kalte Knoten handelt. Dazu wird dem Patienten ein radioaktiv markierter Stoff gespritzt. Bei einer Überfunktion reichert sich dieser besonders stark dort an, wo heiße Knoten liegen.

Durch Medikamente lassen sich die Symptome einer Überfunktion zunächst schnell lindern oder ganz beseitigen. Sogenannte Thyreostatika ("Schilddrüsenblocker") sorgen dafür, dass die Hormonkonzentration im Blut zurückgeht. Die Ursache für die Überfunktion wird damit jedoch nicht behoben.

Dazu müssen sich Patienten in den meisten Fällen einer Radiojodtherapie oder einer Operation unterziehen. Ärzte beurteilen die Wirksamkeit beider Methoden gleich gut. Mit einer Radiojodtherapie wird Schilddrüsengewebe zerstört, das einen erhöhten Hormonstoffwechsel hat. Dafür wird dem Patienten radioaktives Jod verabreicht. Wegen der Strahlung bleibt er für bis zu fünf Tage in einem isolierten Zimmer im Krankenhaus. Danach kommt es - meist dauerhaft - zu einer Unterfunktion, die durch Tabletten ausgeglichen wird. Bei einer Operation wird Schilddrüsengewebe oder das gesamte Organ entfernt. Auch danach ist eine künstliche Hormongabe durch Tabletten notwendig.

Bei Katja W. hatte der Arzt eine Morbus-Basedow-Erkrankung diagnostiziert. Sie entschied sich nach einem Jahr Tablettentherapie für die Radiojodbehandlung. Seit sechs Jahren nimmt sie Hormontabletten gehen die unvermeidliche Unterfunktion nach der Radiojodtherapie. Die Schilddrüse macht keine Probleme mehr.

Ratgeber Schilddrüse
© Sz.de/beu
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