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US-Finanzkrise:JP Morgan trotz halbem Gewinn besser als Konkurrenz

Der Gewinn von J.P. Morgan Chase ist im zweiten Quartal erneut um die Hälfte eingebrochen - damit schlug sich die US-Großbank aber immer noch besser als viele Wettbewerber und übertraf die Erwartungen der Experten.

Die weltweite Krise an den Finanzmärkten hat die US-Bank JPMorgan Chase im Frühjahr nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen wie befürchtet. Der Gewinn der drittgrößten Bank der USA brach zwar im zweiten Quartal nach Angaben vom Donnerstag um mehr als die Hälfte auf zwei Milliarden Dollar oder 54 Cent je Aktie ein.

Dennoch lag das Ergebnis weit über den Erwartungen von Analysten, die mit einem Gewinn je Anteilschein von 44 Cent gerechnet hatten. Anleger reagierten erleichtert: Im vorbörslichen Handel legte die JPMorgan-Aktie um fast sechs Prozent zu.

Die Verwerfungen an den Märkten machten sich im Zahlenwerk von JPMorgan mit Abschreibungen von 1,1 Milliarden Dollar deutlich bemerkbar. Zudem verstrahlte Bankchef Jamie Dimon alles andere als Zuversicht über die künftige Entwicklung.

"Wir erwarten, dass die allgemeine wirtschaftliche Lage schwach bleiben wird oder sogar noch schlechter werden wird", sagte er. Die Kapitalmärkte würden weiterhin unter großem Druck stehen.

Das Geldhaus, das im Mai den Konkurrenten Bear Stearns gekauft hatte, hat die Finanzkrise im Gegensatz zu anderen US-Banken dennoch bislang ohne größere Blessuren überstanden.

Die Citigroup als größtes US-Institut musste bis jetzt etwa Abschreibungen von rund 45 Milliarden Dollar wegstecken, ein Vielfaches der Belastungen von JPMorgan Chase.

"JPMorgan ist in diesem harten Marktumfeld offenbar weitaus besser aufgestellt als einige der Wettbewerber", sagte Analyst Peter Boockvar von Miller Tabak & Co in New York. Nach Meinung von David Buik von BGC Partners in London ist JPMorgan deutlich weniger in den Subprime-Papieren und Hypothekenpapieren engagiert als andere Häuser.

Die Finanzkrise verhagelte vielen US-Banken im zweiten Quartal die Bilanzen. Die zweitgrößte Investmentbank des Landes, Morgan Stanley, konnte nur durch den Verkauf von Vermögenswerten einen Verlust verhindern.

Konkurrent Lehman Brothers wies ein Milliarden-Minus aus. Branchenprimus Goldman Sachs verdiente dagegen nur geringfügig weniger und übertrumpfte damit sämtliche Erwartungen. Mit Spannung schauen die Experten nun auf die für Donnerstag erwarteten Quartalsergebnis von Merrill Lynch sowie auf die Citigroup, die ihre Zahlen am Freitag veröffentlichen will.

© sueddeutsche.de/Reuters/dpa/jkr
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