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SZ-Serie: Edle Geschäfte (6):Fort Knox für jedermann

Warum dieser Aufwand? "Die meisten Menschen kaufen sich physisch Edelmetall, um von einem Staat unabhängig zu sein. Da ist es nur konsequent, Gold und Silber auch unabhängig vom den Großbanken zu verwahren; zumal viele Geldhäuser im Zuge der Kreditkrise schwach kapitalisiert sind", erläutert Müller.

Standorte im Ausland

Dass es gleich zwei ausländische Standorte geworden sind, begründet Müller zum einen mit dem Argument der Risikostreuung, wie sie auch bei herkömmlichen Anlagen empfohlen wird. Das Schweizer Zollfrei-Lager hilft den Schwaben zudem Steuern zu sparen. Solange das Silber dort liegt, müssen sie nämlich keine Mehrwertsteuer darauf zahlen.

"Die 19-prozentige Steuer auf Silberbarren wird nur fällig, wenn sich jemand das Silber ausliefern lässt", erklärt Müller. Der Erwerb von Gold ist grundsätzlich mehrwertsteuerfrei, weil das Edelmetall früher offiziellen Geldcharakter hatte.

Generation Gold

Und dies könnte auch in naher Zukunft wieder so kommen, sind Müller und viele seiner Gesellschafter überzeugt. Vor zwei Jahren outete er sich erstmals öffentlich in einem Buch: Generation Gold; Untertitel: Wie ihr Vermögen und ihre Altersvorsorge einen Staatsbankrott und eine Weltwirtschaftskrise unbeschadet überstehen.

Und je turbulenter die Börsen und je großzügiger die Hilfen von Notenbanken und Staaten, um das angeschlagene Finanzsystem in der Kreditkrise zu unterstützen, desto mehr wirken seine Thesen beim Publikum: "Das Spiel mit den inflationären Geldspritzen der Notenbanken kann noch eine Weile gut gehen." Aber am Ende, ist er fest überzeugt, münde das Ganze "in die Hyperinflation" mit allen negativen Folgen für das bestehende Währungssystem.

Vor drei Jahren gehörte Müller mit seiner Meinung noch zu den Außenseitern am Anlagemarkt. Mittlerweile findet er immer mehr Gleichgesinnte. So meldet etwa die konkurrierende Einkaufsgemeinschaft aus dem niedersächsischen Göttingen derzeit ein Anlagevolumen in Gold, Silber, Platin und Palladium von rund fünf Millionen Euro, verteilt auf 150 Gesellschafter, "Tendenz stark wachsend", wie Gründer Wilhelm Peinemann von der gleichnamigen Vermögensverwaltung betont.

Hyperinflation ist möglich

Er schätzt die Lage ähnlich ein wie Müller: "Es steht uns eine hohe Inflation ins Haus, womöglich auch eine Hyperinflation, die dann zu einer Währungsreform führt", erläutert der vierfache Familienvater, der früher Banker war und sich seine ersten Sporten im Anlagegeschäft bei der Commerzbank verdiente - just 1987, als es zum größten Börsenkrach nach der Weltwirtschaftskrise 1929 kam.

"Ich will den Kunden auch in einer Krise ins Gesicht sehen können, weil ich es schaffe, ihr Vermögen auch dann zu erhalten", beschreibt Peinemann seine Motivation zur Gründung seiner eigenen Vermögenssicherungs-Gemeinschaft. Sie ist ähnlich wie die Einkaufsgemeinschaft Müllers als Gesellschaft bürgerlichen Rechts konzipiert.

Anders als die Schwaben lagern die Niedersachsen ihre Bestände allerdings vor Ort, in den Tresoren einer ehemaligen Sparkassenfiliale. "Da kommen die Kunden immer an ihre Bestände, egal wie es dem Bankensystem geht", sagt Peinemann. Dass Misstrauen ihrer Klientel ist teilweise so groß, dass die Anbieter aller drei genannten Edelmetall-Gemeinschaften mehrfach betonen, dass sie nicht die Schlüsselgewalt zu den Lagerstätten haben.

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