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Singlehaus:Die Alternative zur Eigentumswohnung

Extravaganter präsentiert sich das Singlehaus Rupp, ein Unikat, das vom österreichischen Architekturbüro Früh realisiert wurde. In Österreich, Italien und der Schweiz gibt es übrigens schon seit einigen Jahrzehnten Singlehäuser, in Deutschland erst seit ein paar Jahren.

Nicht umsonst bezeichnen die Architekten Alexander Früh und Alexander Fetz das Singlehaus Rupp als "abgehobene Kiste". Der Clou: Das Bauwerk besteht aus einem Stahlskelett, das den äußeren Rahmen des Gebäudes bildet, sowie einer darin integrierten Holzbox (Wohngeschoss) und einem Glaskubus (Garage), der sich unterhalb des Wohngeschosses befindet.

In der knapp hundert Quadratmeter großen Wohnebene sind sämtliche Wohnfunktionen - egal ob Essen, Kochen, Ausruhen, Schlafen oder Waschen - in loser Raumfolge miteinander verbunden. Zum Wohnmodul hinauf führt eine einfache Stahlaußentreppe, die über einen dem Gebäudekörper vorgelagerten Steg zu erreichen ist.

Die Aufständerung des Wohnbereichs hat ästhetische und zugleich praktische Gründe, wie Früh erklärt: "Einerseits wollten wir das Gebäude, das in einem hochwassergefährdeten Gebiet liegt, durch die pfahlartige Konstruktion schützen. Andererseits sollte der Eindruck eines Baumhauses entstehen, unter dem das Grün des Gartens hindurchzufließen scheint."

Dieses ungewöhnliche Projekt sei auch für die Architekten eine Herausforderung gewesen, wie Alexander Früh erklärt. Denn: "Man muss den Bauherrn sehr gut kennenlernen, bevor man mit dem Planen beginnt, da man es mit einem Menschen mit ganz individuellen Vorstellungen, wie er leben möchte, zu tun hat." Allerdings, ergänzt Früh, sei der Wunsch der Bauherrin Petra Rupp nach einer "Multi-Funktions-Wohnebene" ein äußerst unkomplizierter und leicht zu realisierender gewesen. Die Baukosten des Hauses, das in der österreichischen Gemeinde Hard in Vorarlberg steht, belaufen sich übrigens auf rund 210 000 Euro. Während Singlehäuser in Dörfern und Gemeinden wie Hard noch eher ein Schattendasein fristen, spielen sie in Großstädten eine immer größere Rolle - schließlich ist der Anteil an Singlehaushalten dort traditionell am höchsten.

Bauplanungsgesellschaften haben daher bereits vor einigen Jahren das Marktpotenzial von Singlehäusern erkannt - so auch die Firma Planteam, die eine Singlehaus-Siedlung, bestehend aus sechs Häusern, in der Münchner Rathochstraße im Stadtteil Obermenzing realisierte. Jedes dieser Häuser erstreckt sich über vier Stockwerke - ist aber lediglich 80 Quadratmeter groß. Eine schmale Wendeltreppe schlängelt sich über alle vier Etagen. Im Keller befindet sich ein Büro, im Parterre liegen Küche und Essraum, im Obergeschoss befindet sich das Wohnzimmer und im Dachgeschoss das Schlafzimmer. Jedes Haus kostete etwa 210.000 Euro.

Zwar sind alle sechs Singlehäuser unter einem Dach vereint, jeder Bewohner verfügt jedoch über eine separate Haustür sowie einen eigenen Vorgarten. Michael Krubasik, Geschäftsführender Gesellschafter von Planteam, erklärt: "Anders als bei einer Eigentümergemeinschaft kümmert sich hier jeder nur um seine persönlichen Angelegenheiten und hat nichts damit zu tun, wenn beim Nachbarn etwas kaputtgeht." Als Besitzer seiner jeweiligen Hauseinheit, sei man sein eigener Herr. "Ein großes Maß an Privatsphäre verbindet sich mit der Möglichkeit, Kontakte zu Menschen in ähnlichen Lebenssituationen zu knüpfen."

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