Simbabwe:Inflation steigt ins Unermessliche

Kein Ende in Sicht: Die Inflation in Simbabwe ist nach offiziellen Angaben auf 231 Millionen Prozent gestiegen. Präsident Mugabe beschuldigt den Westen.

Die Inflation in Simbabwe ist im Juli nach offiziellen Angaben auf unvorstellbare 231 Millionen Prozent gestiegen.

Simbabwe: Mugabe gilt als Hauptverschulder der massiven Inflation in Simbawe.

Mugabe gilt als Hauptverschulder der massiven Inflation in Simbawe.

(Foto: Foto: AP)

Auf monatlicher Basis berechnete das Statistikbüro eine Preissteigerungsrate von 2600,2 Prozent nach 839,3 Prozent im Juni.

Angetrieben wird die Inflation von Preissteigerungen bei Brot und Getreide. Viele Simbabwer haben sich auf Tauschgeschäfte verlegt oder werden von Verwandten im Ausland unterstützt. Vor allem aus Südafrika schicken Simbabwer Mais, Zucker und Speiseöl.

Angesichts der Hyperinflation führte die Zentralbank bereits vor einigen Monaten den 100-Milliarden-Dollar-Schein ein.

Kritiker werfen dem seit 1980 regierenden Mugabe vor, das einst wirtschaftlich blühende Land in den Ruin getrieben zu haben. Seit einer brachialen Landreform, bei der die weißen Farmer vertrieben wurden, ging es mit der Wirtschaft stetig bergab: Vier Fünftel der Bevölkerung ist arbeitslos, 85 Prozent leben in Armut, 3000 sterben jede Woche an Aids. Die Lebenserwartung ist auf 35 Jahre gefallen. Mugabe weist jedoch jegliche Schuld von sich und beschuldigt stattdessen den Westen, dem Land mit Sanktionen geschadet zu haben.

Im September hatten Präsident Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai unter Vermittlung des damaligen südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki vereinbart, sich die Macht im Land zu teilen. Nach der Einigung auf eine Regierung der nationalen Einheit vor gut vier Wochen wurde ein internationales Hilfsprogramm für die völlig zusammengebrochene Wirtschaft des südafrikanischen Landes erwartet.

Die Gespräche zwischen der Partei von Präsident Robert Mugabe und der Opposition kommen allerdings seit der Unterzeichnung des Abkommens zur Machtteilung kaum voran. Hauptstreitpunkt ist die Verteilung der Kabinettsposten.

© sueddeutsche.de/Reuters/AP/ld/jkr
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