bedeckt München 24°

Schimmel:Versteckte Gefahr

Schimmelbefall an den Wänden ist mehr als ein Schönheitsproblem - er kann Infektionen, Lungenerkrankungen und Allergien hervorrufen.

Es sind kleine oder größere dunkle Flecken an Decken, Wänden und Möbeln, dazu kommt meist ein muffiger und modriger Geruch. Schimmelpilze in der Wohnung können nicht nur lästig, sondern auch gefährlich sein. Nicht immer lassen sie sich leicht erkennen. Manche Arten sind wahre Meister im Tarnen.

Weißer Schimmel zum Beispiel, der erst später schwarz wird, sei auf hellen Wänden im Anfangsstadium schwer auszumachen, sagt Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut in München. Und längst nicht immer werde Schimmel von modrigen Gerüchen begleitet. An schwache Pilzausdünstungen gewöhnen sich Bewohner häufig auch. Vielfach werden Schleimhautreizungen, die durch die Pilzsporen hervorgerufen werden, als "trockene Luft" fehlinterpretiert. Die Luft dann noch zusätzlich zu befeuchten, verschlimmert das Problem, da Feuchtigkeit das Pilzwachstum fördert.

Als "trockene Luft" fehlinterpretiert

Besteht der Verdacht auf verdeckten Schimmelpilzbefall, müssen die betroffenen Räume genauer untersucht werden. "Denn Schimmelpilzbildung ist nicht nur ein optischer Mangel, sondern kann gesundheitliche Probleme hervorrufen", sagt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale in Hamburg.

Sporen gelangen in die Raumluft und können über die Atemwege oder die Haut vom Menschen aufgenommen werden. Einige Arten können das Immunsystem schwächen sowie Infektionen, Lungenerkrankungen und Allergien hervorrufen. Panik ist jedoch ein schlechter Ratgeber: Ein Schimmelpilz in der Wohnung bedeutet nicht zwangsläufig eine große Gefahr für die Gesundheit. Wie gefährlich der Pilz sei, hänge laut Umweltbundesamt (UBA) in Dessau von der Stärke des Befalls sowie von der Empfindlichkeit der Bewohner ab.

Die Ursachen für Feuchtigkeitsbildung in der Wohnung sind vielfältig: Schuld können bauliche Mängel, aber auch ein Fehlverhalten der Bewohner sein. "Auch falsches Heizen und Lüften kann für Feuchtigkeitsprobleme verantwortlich sein", erläutert Petersen.

Falsches Heizen und Lüften verantwortlich

Eine hohe Luftfeuchtigkeit - verursacht durch Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen - schlägt sich an kalten Innenwänden nieder und kondensiert. Wenn der Untergrund die Nässe über einen längeren Zeitraum durch Heizen und Lüften nicht wieder an die Raumluft abgibt, durchfeuchten die Wände. "Schimmel kann nur auf Materialien wachsen, die eine erhöhte Feuchtigkeit aufweisen", sagt Petersen.

Nur oberflächlich befallene Stellen mit einer Fläche von weniger als einem halben Quadratmeter können Heimwerker selbst beseitigen. Bei glatten Oberflächen wie Metall, Keramik und Glas reichen schon Wasser und normale Haushaltsreiniger zum Entfernen. Poröse Materialien - etwa Tapeten, Gipskartonplatten, Mauerwerk und Deckenverschalungen - lassen sich dagegen schwer oder gar nicht reinigen. Der Schimmelpilz kann hier auch bis in tiefere Materialschichten eingedrungen sein. Befallene Gipskartonplatten oder leichte Trennwände sollten daher am besten ausgebaut werden.