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Neue Kandidaten für Leitindex:Schaulaufen für den Dax

Die Krise wirbelt die deutschen Aktienindizes durcheinander. Für Infineon und die Postbank könnten bald neue Unternehmen in den Dax aufrücken - mögliche Kandidaten werden bereits heiß diskutiert.

Das Börsenkarussell dreht sich immer schneller. Nachdem erst vor wenigen Wochen Beiersdorf und Salzgitter in den Deutschen Aktienindex aufgerückt sind, könnte sich die Zusammensetzung von Deutschlands Leitindex erneut ändern.

Neue Kandidaten für den Dax: Wenn Infineon und die Postbank aus dem deutschen Leitindex fallen, könnte Fresenius nachrücken.

(Foto: Foto: dpa)

Wenn die Deutsche Börse am 4. März über die Zusammensetzung der deutschen Top-Indizes entscheidet, wird es wohl neue Konstellationen geben. Infineon und die Postbank würden voraussichtlich aus dem deutschen Leitindex Dax verschwinden, sagte Aktienexpertin Anke Platzek von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Als aussichtsreichste Neueinsteiger sehen Experten derzeit Fresenius und den Technologiekonzern GEA.

Darauf spekulierten auch die Anleger: Fresenius waren am Montag zeitweise größter Gewinner im MDax und stiegen um knapp sieben Prozent. Sie profitierten auch vom Anstieg der bereits im Dax gelisteten Aktien der Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care, die angesichts einer Bekräftigung der Geschäftsziele um zwei Prozent zulegten.

Nutzen könnte Fresenius und anderen Kandidaten eine von der Deutschen Börse geänderte Regel für Dax-Nachrücker: Sie dürfen bei einem Fast-Exit einen geringeren Börsenumsatz aufweisen als bislang gefordert. Bei einem Fast-Exit wird ein Indexwert dann ersetzt, wenn er in einem der beiden Kriterien - Börsenumsatz und Marktkapitalisierung - einen Rang höher als 45 in der Rangliste der größten Börsenwerte belegt. Aufrücken kann nach den neuen Regeln ein Unternehmen, das bei Börsenwert Platz 35 oder besser und gleichzeitig beim Börsenumsatz Platz 45 oder besser belegt. Zuvor hatte für beide Kriterien Rang 35 als Untergrenze gegolten.

Im März werden die Papiere von Infineon aller Voraussicht nach Opfer ihres rasanten Kursverfalls und steigen aus dem Dax ab. Die Aktien des Halbleiterherstellers fielen am Montag um 15 Prozent auf ein Rekordtief von 58 Cent. Seit August hat Infineon 90 Prozent des Börsenwertes eingebüßt. Die Marktkapitalisierung verringerte sich um knapp vier Milliarden Euro, was in etwa dem gesamten Börsenwert von MAN entspricht.

Kleinere Chancen auf einen Dax-Platz haben auch Celesio und Hannover Rück.