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Mehr Licht:Cinderellas großer Auftritt

Corporate Lighting dient dem Prestige von Unternehmen - wenn es nicht nur um Effekthascherei geht.

Immer mehr Firmen entdecken ihre größte Werbefläche: das eigene Haus. Bei Nacht verwandeln sich Bürotürme und Montagehallen in leuchtende Botschafter. Lichtdesigner malen Konzernfarben auf die Wände und projizieren Bilder auf Balustraden und Balkone.

tunnel münchener rück; buschmann

Eine magische Wirkung haben Lichtkünstler dem Verbindungstunnel zwischen den Firmengebäuden der Münchener Rück verliehen.

(Foto: Foto: Jörg Buschmann)

Nach Corporate Architecture drängt nun Corporate Lighting nach vorne, die Kunst, Gebäude magisch auszuleuchten. Strahlende Eingänge verheißen gute Geschäfte. Kein Haus ist zu monoton, keine Fassade zu grau für die Spezialisten der Nacht, im Gegenteil: Was wie Aschenputtel bei Tage aussieht, wird zu Cinderella bei Nacht - immer mehr Gebäude verwandeln sich in der Dämmerung.

Mitunter glänzt selbst die Münchner Pinakothek der Moderne in Gold und Rot, wenn es Firmenkunden wünschen und für einen Abend die Rotunde mieten. Die Pinakothek der Moderne zeigt gerade die wohl größte Lichtshow unserer Zeit, Dan Flavins Retrospektive, der aus simplen Neonröhren große Kunst schuf. Minimalistischer Lichtzauber in kühler Architektur - ein immer selteneres Schauspiel.

Angst vor "Zerlegung"

Die Zeiten, in denen Architektur etwas Unberührbares war, seien vorbei, behauptet Andreas Schulz. Gleichzeitig warnt der studierte Elektrotechniker: ,,Wenn nur noch Werbebotschaften über die Wände flimmern, zerlegt es unsere Städte.''