Fusion Neuer Weltmarktführer am Aluminium-Markt

Erfolg und Rentabilität der weltweiten Aluminiumschmelzer hängen, insbesondere nach dem starken Anstieg der Öl- und Energiepreise, im Wesentlichen von deren Energiekosten ab.

Die Stromkosten für die Elektrolyse bilden den bei weitem größten Kostenfaktor bei der Aluminiumherstellung.

Die in jüngster Zeit stark gestiegenen Strompreise sind auch der Hauptgrund für eine Reihe von Hütten-Schließungen in hoch industrialisierten Ländern. Deren Produktion wurde vor allem in Schwellenländer und in den Nahen Osten verlagert, weil dort die Energiepreise niedriger sind.

Die amerikanische Alcoa baut derzeit eine Hütte in Island, um dort von der reichlich vorhandenen Thermalenergie zu profitieren.

Auf dem Weg zum Stromversorger

Die beiden russischen Fusionspartner bauen indessen ihren Energievorteil weiter aus. "Wir sind auf dem bestem Wege, zum Stromversorger zu werden", erklärte erst vor wenigen Tagen Rusal-Chef Alexander Bulygin. Das Ziel sei, dreißig bis fünfzig Prozent des Strombedarfs für die Aluminiumerzeugung aus dem eigenen Hause zu decken.

Auch Sual-Chef Brian Gilbertson verfolgt diese Strategie. Der Manager, der früher an der Spitze des weltgrößten australischen Minenkonzerns BHP Billiton stand, kaufte bereits 2005 einen Versorgerbetrieb und eine Reihe von Kohlebergwerken auf, um auf diese Weise die steigenden Energiekosten im Griff zu behalten.

Günstige Bedingungen

Das Umfeld für den russisch-schweizerischen Verbund könnte vor dem Hintergrund einer Studie der Londoner Analysefirma Economist Intelligence Unit (EIU) kaum günstiger sein.

Anders als bei den derzeit stark überhitzten Preisen für Kupfer, Nickel oder Zink drohe bei Aluminium vorläufig kein ernsthafter Rückschlag, hieß es. Wegen der bislang vergleichsweise guten Vorratslage bei dem Leichtmetall sei dessen Preis bisher in diesem Jahr um nur knapp zehn Prozent gestiegen. Im Moment schrumpften die Bestände jedoch wieder.

Der weltweite Aluminiumverbrauch soll 2006 laut EIU um immerhin 6,5 Prozent auf 33 Millionen Tonnen wachsen, der Produktionszuwachs nicht zuletzt wegen der Hüttenstilllegungen in den USA und Europa dagegen nur um knapp fünf Prozent.

Experten prognostizieren stabile Preise

Dadurch drohe ein Produktionsdefizit von etwa 250.000 Tonnen. Die Londoner Experten prognostizieren bis auf weiteres weitgehend stabile Preise für das Leichtmetall. "Auf jeden Fall gehen wir für 2007 nicht mehr von einem markanten Einbruch an diesem Markt aus", stellen sie fest.