Donald Trumps Luxusvilla-Verkauf Haus der Magnaten

Einer trotzt der Immobilienkrise: Donald Trump will für eine Luxusvilla den höchsten Verkaufspreis erzielt haben, der in Amerika je für ein Privathaus bezahlt wurde.

Von Martin Kotynek

Die Immobilienkrise reißt Banken und sogar Volkswirtschaften in die Krise, doch ein Mann trotzt den Widrigkeiten des Marktes: Donald Trump. So sieht sich der 62-jährige Milliardär, der immer wieder gerne als Immobilienmagnat, Baulöwe, Selfmade-Milliardär oder schlicht als "Tycoon" bezeichnet wird, wohl gerade am liebsten.

Die im klassizistischen Stil erbaute Villa "Maison de l'Amitié" beinhaltet einen Ballsaal und eine zwölf Meter hohe Bibliothek.

(Foto: Foto: AP)

Trump hat nämlich mitten in der Immobilienkrise eine Luxusvilla in Palm Beach für 100 Millionen Dollar (63 Millionen Euro) verkauft. Damit soll er den höchsten Verkaufspreis kassiert haben, der je in Amerika für ein Privathaus bezahlt wurde, ließ er eine Sprecherin ausrichten. "Das zeigt, dass man auch in Zeiten, in denen so viele Menschen im Immobiliengeschäft Schaden erleiden, mit Immobilien gut verdienen kann", brüstet er sich.

Schon einmal war die als "Maison de l'Amitié" (Haus der Freundschaft) bezeichnete Villa im Besitz eines sogenannten Magnaten. Sie gehörte dem Gesundheitsunternehmer Abe Gosman, der mit dem Bau von Altenheimen reich geworden war, im Jahr 2001 jedoch Privatinsolvenz anmelden musste. Aus der Konkursmasse ersteigerte Trump die Villa in einer Auktion für 41 Millionen Dollar. Dann ließ er das im klassizistischen Stil erbaute Anwesen, das aus mehreren Gebäuden besteht, von einer Gewinnerin seiner Fernsehshow "The Apprentice" ("Der Lehrling") für 25 Millionen Dollar renovieren. Seitdem gibt es einen großen Ballsaal und eine Bibliothek mit bis zu zwölf Meter hohen Wänden. Nun hat die Luxusvilla viel Marmor und Gold auf 5575 Quadratmetern Wohnfläche.

Käufer ist ein Mann, der der Vergleichbarkeit mit Trump wegen als Düngemittel-Löwe oder Chemie-Milliardär bezeichnet werden müsste: Dmitry Rybolovlev hält 66 Prozent an Uralkali, Russlands größtem Hersteller von Mineraldünger. Auf der Forbes-Liste der Milliardäre steht Rybolovlev an 59. Stelle und damit 309 Plätze vor Trump. Er ist dem Magazin zufolge um fast zehn Milliarden Dollar reicher als der Amerikaner.

So spurlos wie es auf den ersten Moment wirkt, ist die Immobilienkrise an Trump übrigens nicht vorübergegangen: Schon vor zwei Jahren hatte er die Villa zum Kauf angeboten. Damals verlangte er 125 Millionen Dollar und fand keinen Käufer. Der Russe wartete auf den richtigen Moment, schlug bei 100 Millionen zu und relativierte damit auch die großen Töne, mit denen Trump das Geschäft nun kommentiert hat. Ein Geschäft, das dem Verkäufer mitten in der Krise 34 Millionen Dollar Gewinn gebracht hat, wenn man die Einnahme Trumps früheren Ausgaben gegenüberstellt.

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