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Deutsche Bank mit Verlust:"Schlimmste Gerüchte haben sich bewahrheitet"

Die Deutsche Bank macht im vierten Quartal einen Horrorverlust von knapp fünf Milliarden Euro - jetzt soll die bundeseigene Post helfen.

So hatte sich das Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nicht gedacht. Allein im Schlussquartal schrieb die Deutsche Bank einen Verlust von 4,8 Milliarden Euro, für das Gesamtjahr steht unter dem Strich ein Netto-Fehlbetrag von 3,9 Milliarden Euro.

Ackermann, Deutsche Bank, Milliarde-Verlust

Muss für das vierte Quartal einen milliardenschweren Verlust melden: Deutsche-Bank-Chef Ackermann.

(Foto: Foto: dpa)

Nur zwölf Monate zuvor stand noch ein Rekordüberschuss von 6,5 Milliarden Euro in den Büchern.

Wie konnte es zu den tiefroten Zahlen kommen? Deutschlands größte Bank argumentiert mit "außerordentlich schwierigen Marktbedingungen". Der Eigenhandel mit Kreditprodukten und Aktien sei erheblich belastet worden. Hinzu kamen weitere Abschreibungen, heißt es in den Deutsche-Bank-Zwillingstürmen.

Bank mit Schwächen

"Wir sind sehr enttäuscht", ließ Bankchef Ackermann offiziell mitteilen. Noch am Mittwochnachmittag will er das vorläufige Ergebnis vor Analysen erläutern. "Das extrem schwierige Marktumfeld hat einige Schwächen in der Bank aufgezeigt." Derzeit würden Maßnahmen umgesetzt, um diese Probleme zu beseitigen. Die Bank will als Reaktion auf die Krise vor allem die Abhängigkeit vom Investmentbanking verringern.

Ackermann hatte bislang jede staatliche Hilfe für sein Institut abgelehnt. Erst vor wenigen Wochen hatte er sich den Zorn der Bundesregierung zugezogen, weil er öffentlich gesagt hatte, er würde "sich schämen", wenn sein Haus den vom Staat gespannten Rettungsschirm für Banken in Anspruch nehmen müsste.

Jetzt wird die Deutsche Post, die immer noch zum Teil dem Bund gehört, Großaktionär bei der Deutschen Bank. Die Post übernehme im Zuge des Verkaufs der Postbank an die Deutsche Bank vorübergehend einen Anteil von acht Prozent an Deutschlands größter Privatbank Bank, teilten die Unternehmen mit.

Durch das Geschäft könne die Deutsche Bank die Postbank "kapitalschonender übernehmen". Der Gesamtwert für die Übernahme belaufe sich auf 4,9 Milliarden Euro. Die Post hält derzeit über 62 Prozent der Postbank-Aktien.

Die Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank solle in drei Schritten vollzogen werden, teilten die beiden Unternehmen mit. In einem ersten Schritt kaufe die Deutsche Bank 22,9 Prozent der Postbank-Aktien für rund 1,1 Milliarden Euro.

Die Mittel dafür sollen aus einer Kapitalerhöhung kommen. Im Gegenzug erhalte die Post einen Aktienanteil von acht Prozent.

In einem zweiten Schritt kaufe die Deutsche Bank Anleihen der Post und erhalte dafür weitere 27,4 Prozent der Postbank-Aktien, teilten die Konzerne mit.

Der Gegenwert für dieses Geschäft belaufe sich auf 2,7 Milliarden Euro. Die restlichen 12,1 Prozent der Postbank-Anteile bekomme die Deutsche Bank über Aktienoptionen im Gesamtwert von 1,1 Milliarde Euro.

Größter Verlierer im Dax

Die Aktien der Deutschen Bank wurden an der Börse abgestraft, sie brachen um knapp zehn Prozent ein - und waren damit größter Verlierer im Dax.

"Die Eckdaten sind eine herbe Enttäuschung, der Fehlbetrag ist deutlich höher ausgefallen als erwartet", sagte Analyst Sebastian Reuter vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Auch Händler zeigten sich enttäuscht.

"Kein Wunder, dass sie ihren Postbank-Deal runderneuern mussten. Die schlimmsten Gerüchte der vergangenen Woche haben sich bewahrheitet", sagte ein Börsianer.

Ein weiterer Marktteilnehmer sagte: "Es ist unglaublich, wie lange hier gute Miene zum bösen Spiel gemacht wurde. Das Vertrauen dürfte nun gänzlich weg sein. Am Markt hat ja eigentlich schon jeder mit schlechten Zahlen gerechnet, aber zuvor immer wieder die Gemüter zu kühlen, grenzt fast an Frechheit."

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