Alte Wasserleitungen und -anlagen:Blei und Bakterien

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Heute werden für Rohre und Leitungen vor allem Kupfer, Edelstahl, feuerverzinkter oder schmelztauchveredelter Stahl, Kunststoffe und Verbundwerkstoffe eingesetzt.

Vor allem in älteren Häusern in Nord- und Ostdeutschland gibt es jedoch noch viele Trinkwasser-Installationen aus Blei. "Dieses Metall wird ins Trinkwasser abgegeben und ist für Säuglinge und Kleinkinder besonders gesundheitsschädlich", sagt Dieter.

Trinkwasser aus Bleileitungen sollte nicht für die Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden. Und auch während einer Schwangerschaft sei vom Verzehr abzuraten. Das gelte hier nicht nur für Stagnationswasser.

"Ob in einem Haus noch Bleileitungen liegen oder ob Schäden an der genutzten Trinkwasser-Installation bestehen, kann ein Fachmann feststellen", sagt der Architekt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung in Berlin. In alten Häusern besteht oft das Problem, dass die Rohrsysteme nur abschnittsweise erneuert wurden.

Vermieter in der Pflicht

Bleirohre lassen sich zum Beispiel daran erkennen, dass das grau gefärbte Material beim Anritzen glänzt.

Für Blei schreibt die Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von 25 Mikrogramm pro Liter vor, am 1. Dezember 2013 soll er auf zehn Mikrogramm gesenkt werden.

Wichtig sind die Grenzen auch für Vermieter. "Eine Überschreitung gilt als Mangel", sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund (DMB) in Berlin. Der Eigentümer müsse diesen Mangel beseitigen lassen und dafür Sorge tragen, dass die Wohnung ohne eine solche Gesundheitsgefährdung genutzt werden könne. Notfalls müsse der Vermieter die Hausinstallation erneuern und die Bleirohre komplett austauschen lassen.

Weitere Informationen für Eigentümer und Mieter gibt der Ratgeber "Trink was - Trinkwasser aus dem Hahn" des Umweltbundesamts in Dessau. Im Internet unter www.umweltbundesamt.de

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