Altbau-Check Augen auf bei der Besichtigung

Ein Altbau ist begehrenswert. Er hat aber auch Schwachstellen. Wo die liegen, zählt die Checkliste auf.

Wer einen Altbau kauft statt in einen Neubau zu investieren, kann nach Ansicht der Verbraucherzentrale Thüringen viel Geld, Zeit und Ärger sparen - wenn einige wichtige Punkte beachtet werden. "Wer sich nicht auf Anhieb sicher ist, sollte sich genügend Zeit für mehrere Erkundungen nehmen und nicht zu einer schnellen Kaufentscheidung überreden lassen."

Erste Besichtigung

Schon bei der ersten Hausbesichtigung sollte auf die Bausubstanz und mögliche Schäden geachtet werden. "Sind die nämlich deutlich sichtbar, sollte man besser die Finger vom Objekt lassen oder sich darüber im Klaren sein, dass die Instandsetzung teuer werden kann."

Folgende mögliche Schwachstellen müssten besonders ins Auge gefasst werden:

Im Keller

Feuchte Kelleraußen- oder Innenwände, feuchte Kellerboden

An der Fassade

Risse und undichte Fugen an den Außenwänden

Risse in tragenden Teilen

Putz- und Betonabplatzungen

In der Wohnung

Dünne Wände der Heizkörpernischen => Wärmebrücken

Dünne Wohnungswände => Mangelhafter Wärme- und Schallschutz

Dünne Treppenhauswände => Mangelhafter Brandschutz

Holzschutzmittelbelastung bei Fußböden, Innentüren

Durchgetretene Holzdielen

Schadhafte Holzfußleisten

Schadhafte Fliesen oder Teppichböden

Mangelhafter Trittschallschutz

Schadhafter Wandputz

An Fenster und Türen

Undichte, verzogene Holzfensterrahmen

Verfaulte Holzteile an Fensterflügeln

Einfachverglasung

Schadhafte Fensterbeschläge

Undichte, verzogene Außentüren

Unter dem Dach

Schädlinge im Dach

Morsche Dachgesimse

Schadhafte Dachdeckung

Fehlende Wärmedämmung der Decken im Dachraum

Schadhafte Dachentwässerung

Im Treppenhaus

Durchgetretene Holztreppen

Schadhafte oder fehlende Teile am Treppengeländer

Schädlinge in Holzteilen der Treppen.

Experten sehen besser

Nicht alle diese Schäden seien ohne weiteres sichtbar, ihr Erkennen erfordere oftmals Fachwissen und vor allem viel Erfahrung mit Altbauten. In der Regel seien Laien hier überfordert und sollten altbauerfahrene Baufachleute hinzuziehen. Dafür kämen verschiedene Fachleute in Frage:

Architekten und Bauingenieure verfügen über Kenntnisse zur technischen Erfassung und Bewertung aller Einzelbestandteile des Gebäudes. Sie können weiterhin bei der Planung, Einholen von Genehmigungen, Kostenberechnung und Überwachung von Baumaßnahmen Hilfestellung leisten.

Ein Statiker sollte dann hinzugezogen werden, wenn Anhaltspunkte für eine gefährdete Standsicherheit bestehen oder wenn das Gebäude in tragenden Teilen umgebaut werden soll.

Der Bezirksschornsteinfeger hilft bei der Beurteilung von Lüftungs- und Schornsteinproblemen. Er gibt Hinweise auf den baulichen Zustand von Schornsteinzügen und entscheidet, welche Wärmeerzeuger an welchen Schornstein angeschlossen werden.

Handwerker können oft aus ihrer praktischen Erfahrung zur Beurteilung bautechnischer Sachverhalte beitragen und Lösungen zur Schadensbehebung beisteuern. Ebenso können sie in Form von Leistungsangeboten Kosten für bauliche Maßnahmen benennen. Solche Kostenvoranschläge sind kostenfrei, es sei denn, mit dem Handwerker wurde vorher eine andere Vereinbarung getroffen.

(sueddeutsche.de/ AP)