bedeckt München 21°

Olympische Spiele:Peking zensiert Internet für Journalisten

Das Internationale Olympische Komitee hat bestätigt, dass das Internet für die rund 25 000 ausländischen Journalisten während der Sommerspiele in Peking zensiert wird.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat eine Vereinbarung mit China zur Zensur von Internet-Seiten während der bevorstehenden Sommerspiele eingeräumt. Die Mitteilung machte IOC-Pressechef Kevan Gosper, der bislang versichert hatte, die 21.500 zu den Olympischen Spielen in Peking akkreditierten Journalisten hätten freien Zugang zum Internet. "Ich habe nun erfahren, dass IOC-Vertreter mit den Chinesen darüber verhandelt haben, einige kritische Seiten zu blockieren, weil sie keinen Bezug zu den Spielen haben", sagte Gosper der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

China hat sich als Gastgeber der am Freitag kommender Woche beginnenden Spiele verpflichtet, Journalisten freies Arbeiten zu ermöglichen. Dazu wurden bereits im Januar 2007 die Kontrollen der Korrespondenten aus dem Ausland gelockert. Versuche, vom Pressezentrum der Spiele die Internet-Seiten von Amnesty International anzuklicken, waren am Mittwoch vergebens. Die Organisation hatte sich am Vortag kritisch zur Lage der Menschenrechte in China geäußert. Auch die Internet-Seiten der verbotenen Meditationsbewegung Falun Gong konnten ebenfalls nicht aufgerufen werden.

"Es war meine Überzeugung, die ich wiederholt geäußert habe, dass die internationalen Medien während der Spiele freien und ungehinderten Zugang zum Netz haben werden, und dass Zensur kein Thema ist", sagte IOC-Pressechef Gosper. Er bedauere, dass dies nun nicht der Fall zu sein scheine. Das Pekinger Organisations-Komitee (BOCOG) und das IOC hätten "eine eindeutige Mitteilung über den Internet-Zugang früher machen sollen".

BOCOG-Sprecher Sun Weide versicherte, der eingeschränkte Zugang zum Internet werde die Berichterstattung über die Spiele nicht beeinträchtigen. "Wir unternehmen alle Anstrengungen, die internationalen Medien bei der Berichterstattung durch das Internet zu unterstützen", sagte Sun. Im übrigen handele es sich bei "Falun Gong um eine böse Scheinreligion, die von der chinesischen Regierung verboten wurde".

Der Präsident des Australischen Olympischen Komitees äußerte sich enttäuscht über die Zensur des Internet. Die Freiheit der Medien und Transparenz seien lebenswichtig für die Olympische Charta, sagte John Coates.