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Lenovo Ideapad U300s im Kurztest:Schnelles Leichtgewicht mit großem Manko

Zügiges Hochfahren, wenig Gewicht und lange Akkulaufzeiten: Lenovos Ultrabook "Ideapad U300s" kann sich auf den ersten Blick sehen lassen. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt Einschränkungen, die anspruchsvolle Nutzer stören.

Helge Denker

Mit besonders flachen, leichten Design-Notebooks, auf denen Windows läuft, versuchen viele Hersteller, Apples Macbook Air die Luft zum Atmen möglichst dünn zu machen. Zu der Klasse der Ultrabooks gehört auch das Ideapad U300s von Lenovo, das zu Preisen von 970 Euro an angeboten wird.

Lenovo Ideapad U300s

Lenovo Ideapad U300s: Ultrabook mit kleinen Fehlern.

(Foto: Lenovo)

Das Testgerät besitzt einen schnellen Intel Core i7- Prozessor der zweiten Generation (Modell 2677 M) mit 1,8 Gigahertz Geschwindigkeit und dazu vier Gigabyte Hauptspeicher. Die Daten werden schnell und geräuschlos auf einer bis zu 256 Gigabyte großen SSD-Festplatte gespeichert.

Nach nur 12 Sekunden ist das Lenovo mit Windows 7 Home Professional hochgefahren und startbereit. Mit einem Leichtgewicht von 1,32 Kilo und einer Höhe von nur 1,49 Zentimetern passt es bequem in die Umhängetasche und fällt auf Reisen kaum ins Gewicht.

Größtes Plus des flachen Notebooks ist sein ausdauernder Akku, der laut Hersteller bis zu acht Stunden Laufzeit ohne Steckdosen-Stopp schaffen soll und der kaum hörbare Lüfter, der Frischluft durch die Ritzen der Tastatur ansaugt. Damit wird das solide wirkende Alu-Notebook so gekühlt, dass seine Unterseite nicht einmal warm wird. Ein Problem, mit dem sich Apple-Nutzer herumschlagen müssen.

Kein eingebautes UMTS

Größtes Manko: Zum schnellen Surfen per Mobilfunk fehlt die UMTS-Einheit im Gerät. So ist man unterwegs auf Wlan-Hotspots oder einen UMTS-Stick angewiesen, der dann seitlich aus dem Gehäuse herausragt. Ebenfalls störend: Der stark spiegelnde 13,3-Zoll-Bildschirm, der Apple-Air-Nutzern allerdings ebenfalls zu schaffen macht.

Der des Lenovo wackelt auch noch leicht, was besonders unangenehm auffällt, wenn man im Zug arbeitet. Das sollte Lenovo dringend nachbessern. Je nach horizontalem Blickwinkel wirkt der superdünne 13,3-Zoll-Bildschirm im 16:9-Format schnell dunkel und unscharf.

Für aktuelle, grafisch aufwendige Spiele rechnet der eingebaute Grafikchip von Intel (GMA HD 3000) nicht schnell genug. Im Test lief aber der aktuelle Flugsimulator Microsoft Flight zumindest in der kleinsten Auflösung flüssig und ruckelfrei. In Sachen Leistung schafft das Design-Notebook im Microsoft-Test einen Wert von 3,4 von 7,9 Punkten. Damit liegt es übrigens knapp hinter dem HP-Laptop meiner Tochter, das immerhin den Wert 3,6 schafft - und weniger als ein Drittel gekostet hat. Dafür ist dieses aber schwer wie ein Dachziegel und fast so dick wie ein Fotoalbum. Herumschleppen möchte man es eher nicht. Und: Gutes Design und dünnes Gehäuse kosten eben auch Geld. Das ist offenbar nicht nur bei Apple so.

Fazit: Lenovos Ultrabook ist ein robustes, leichtes Reisenotebook, bei dem man allerdings in Sachen Leistung, Bildschirm und mobilem Internetanschluss Abstriche machen muss.

© SZ vom 26.03.2012/joku
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