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Anonymes Surfen:Tarnkappen-Tor

Eine Mini-Version des Firefox-Browsers auf einem USB-Stick erlaubt anonymes Surfen.

Wer im Internet surft, hinterlässt auf dem Computer und auf allen angesteuerten Knotenrechnern des Netzes zwangsläufig Spuren. Mit Anonymität ist es im globalen Datendickicht nicht weit her.

Zwiebel-Logo

Das Logo des Zwiebel-Projekts.

(Foto: www.torrify.com)

Genau das sei aber ein legitimer Wunsch der Internet-Nutzer, sagen Datenschützer. Bisher ging das nur, wenn man auf dem Computer ein Programm installierte, was etwa im Büro oder Internetcafé oft nicht möglich ist.

Für diese Fälle hat nun die Organisation Hacktivismo die mobile Version des Internetbrowsers "Firefox" umgerüstet. Das Programm lässt sich auf einem USB-Stick speichern und von dort starten. Die Software heißt "Torpark" und ist unter www.torrify.com kostenlos verfügbar.

Der Name verweist schon auf das Prinzip, mit dem die Software den Zugriff auf Internetseiten anonymisiert. Jede Anfrage wird über drei Zwischenstationen geleitet, die Proxies (engl.: Bevollmächtigte) genannt werden.

Es handelt sich dabei um Knotenrechner, die zum sogenannten " The Onion Router"-Netzwerk (Tor) gehören. Die Server werden von Institutionen oder Privatpersonen freiwillig zur Verfügung gestellt.

Das Programm auf dem USB-Stick verschlüsselt die Anfrage des Nutzers nach dem Zwiebelprinzip mehrfach und schickt die Daten über drei zufällig ausgewählte Tor-Proxies zum Server der angeklickten Webseite.

Auf jeder Zwischenstufe entschlüsselt der Rechner nur eine Datenebene. Die ersten beiden erfahren so nur, wohin die weitere Reise geht, erst der letzte kann die gewünschte Webseite aufrufen.

Dann geht der Inhalt auf dem gleichen Weg zurück. Da dabei jedesmal die IP-Adresse wechselt, also quasi die Hausnummer jedes Rechners im Internet, können die Anfragen dem eigentlichen Nutzer nicht mehr zugeordnet werden.

Nach einem ähnlichen Prinzip arbeitet auch das von der Universität Dresden entwickelte System JAP. Dort ist allerdings die Reihenfolge der anzusteuernden Proxies vorgegeben.

Sie werden von unabhängigen Institutionen betrieben, zum Beispiel den Unis in Dresden und Regensburg und dem Datenschutzzentrum in Kiel, die sich einem strikten Verhaltenskodex verpflichtet haben, um die Sicherheit der Proxies zu gewährleisten.

Im Tor-Netzwerk hingegen kann jeder mit einem DSL-Anschluss eine solche Zwischenstation betreiben. Ein Nachteil verbindet allerdings beide Angebote: Das Aufrufen einer Webseite dauert etwas länger.