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Zwei Tote bei Extrem-Berglauf:Staatsanwaltschaft untersucht Zugspitz-Drama

Für viele der Extremsportler wurde die Anstrengung zu groß: Sie brachen nach Angaben des BRK erschöpft zusammen. Um 11.45 Uhr ging der erste Hilferuf ein. Von mehreren Hütten aus wurden die Rettungskräfte alarmiert. Nahe der Knorrhütte in 2051 Metern Höhe wurde vergeblich versucht, zwei der Sportler zu reanimieren. Sie starben an Erschöpfung und Unterkühlung.

Eine Skizze der Strecke des Zugspitz-Berglaufs.

(Foto: Grafik entnommen von der Seite www.getgoing.de)

In den Berghütten sollen sich nach Berichten von Augenzeugen dramatische Szenen abgespielt haben. Zahlreiche Läufer mussten medizinisch versorgt werden. Die Bergwacht schickte Hubschrauber nach oben. Doch der Großeinsatz der Rettungskräfte wurde vom schlechten Wetter erschwert.

Von vier angeforderten Hubschraubern konnten sich nur zwei einen Weg durch die dichten Wolken auf die Zugspitze bahnen und die Verletzten ins Tal fliegen. Viele erschöpfte Sportler mussten mit Tragen zur Seilbahn gebracht und hinuntergefahren werden. Insgesamt waren 80 Helfer von BRK und Bergwacht im Einsatz.

Der Streckenrekord für den Extremberglauf liegt nach Veranstalterangaben bei zwei Stunden und drei Minuten. In der Beschreibung heißt es: "Der Lauf könnte auch als Hochgeschwindigkeitsbesteigung bezeichnet werden." Normale Bergsteiger brauchen bis zu neun Stunden für die Strecke. Der Lauf gehört zum Vier-Alpen-Länder-Berglaufcup. Das Startgeld betrug 60 Euro.

Die Veranstalter machten am Sonntag selbst auf das schlechte Wetter aufmerksam. Sie sprachen im Internet von Gewitterneigung und Schneeschauern, auch Böen wurden angekündigt. Dies hinderte aber offensichtlich die Teilnehmer nicht am Start.

Vielleicht reizte sie der Hinweis des Veranstalters im Internet: "Gerade aufgrund dieser unvergleichlichen Besonderheiten des Laufes in einer traumhaften Bergwelt wird jeder, der eines der Ziele erreicht, ein Sieger sein."