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Würzburger Urteil:Totschlag an Anhalterin: Zwölfeinhalb Jahre Haft

Nach der Revisionsverhandlung ist das Würzburger Schwurgericht überzeugt: Hartmut M. hat im Jahr 2001 einer Geschäftsfrau aus Baden-Württemberg die Kehle durchgeschnitten. Der bestreitet die Tat immer noch.

Weil er eine 51-jährige Anhalterin getötet hat, muss der 56-jährige Hartmut M. für zwölfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Nach einem viermonatigen Indizienprozess verurteilte das Würzburger Schwurgericht den Kaufmann aus Oberfranken am Freitag wegen Totschlags. Der Verurteilte bestreitet die Bluttat weiter, die Verteidigung hatte Freispruch aus Mangel an Beweisen gefordert. Doch "für die Kammer bestehen keine vernünftigen Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten", sagte der Vorsitzende Richter Rainer Gündert.

Für das Gericht steht fest, dass M. am 28. September 2001 der Geschäftsfrau aus Baden-Württemberg die Kehle durchgeschnitten hat. Das Opfer hatte er am gleichen Tag in Österreich als Anhalterin mitgenommen. Die Leiche der Frau wurde eine Woche später in der Nähe der Autobahn im Kreis Kulmbach aufgefunden.

In einem ersten Prozess war Hartmut M. freigesprochen worden

Es war bereits der zweite Prozess gegen den Ex-Manager einer weltbekannten Porzellan-Manufaktur: Im Juni 2004 wurde M. vom Landgericht Bayreuth vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Nach Revision der Staatsanwaltschaft und Nebenklage hob der Bundesgerichtshof den Freispruch auf und verwies das Verfahren an das Würzburger Landgericht wo im Laufe der Verhandlung auch der Staatsanwalt vom Mordvorwurf abrückte.

In die jetzige Gesamtstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten einbezogen ist auch eine Verurteilung des Landgerichts Hamburg. Weil er einen Mineralöl-Konzern um vier Millionen Euro erpressen wollte, war M. dort zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte im Würzburger Prozess eine Gesamtstrafe von 15 Jahren Haft, die Verteidigung einen erneuten Freispruch gefordert.

© ddp/dpa
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