Wendelsteinbahn wird 100 Jahre alt:Wunderwerk am Wendelstein

Mit acht Galerien, sieben Tunneln, zwölf Brücken und aufwändigen Stützmauern ist die erste hochalpine Zahnradbahn eine technische Pionierleistung. Vor 100 Jahren wurde sie als Wunder der Technik gefeiert. Historische Bilder zeigen die Arbeiten an dem Jahrhundertprojekt.

Sebastian Ehm

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Quelle: Peter Hofmann

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Mit acht Galerien, sieben Tunneln, zwölf Brücken und aufwändigen Stützmauern ist die erste hochalpine Zahnradbahn eine technische Pionierleistung. Vor 100 Jahren wurde sie als Wunder der Technik gefeiert. Historische Bilder zeigen die Arbeiten an dem Jahrhundertprojekt.

Der Wendelstein gehört zu Münchens Hausbergen und ist seit langem ein beliebtes Auzsflugsziel. Doch wie hinaufkommen? Der Aufstieg ist steil und beschwerlich. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wagte man sich deswegen an ein Megaprojekt - auf den 1838 Meter hohen Berg sollte eine Bahn hinaufführen.

Wendelsteinhaus wird 125 Jahre

Quelle: dpa

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Beliebtes Ausflugsziel: Etwa 100 Meter unter dem Gipfel gelegen, löste das erste ganzjährig bewirtschaftete Unterkunftshaus in den Bayerischen Alpen einen wahren Besucheransturm aus. Am 4. Februar 1910 unterzeichnete der Bayerische Prinzregent Luitpold die Konzessionsurkunde zum Bau der Wendelsteinbahn. In Deutschland damals ein einzigartiges Projekt. Nur in der Schweiz kannte man damals solche Bahnen. Den Zuschlag bekam der Geheime Kommerzienrat Otto von Steinbeis.

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Im März begannen die vornehmlich italienischen und bosnischen Arbeiter den Wald auf der Strecke der Zahnradbahn zu roden. 

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Kein Zuckerschlecken. Mit Hacke, Pickel und 35.000 Kilogramm Sprengstoff entstand zwischen 1910 und 1912 eine Trasse im Berg. Dort sollten später mal die Gleise für die Wendelsteinbahn verlegt werden.

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Dem Trend um mehere Jahrzehnte voraus: Für den Bauherren Otto von Steinbeis kam ein dampfbetriebener Zug nicht infrage. Die Bahn sollte mit elektrischer Energie den Berg bezwingen. Das war ein absolutes Novum. Auf dem Land gab es damals keinen Strom. Das eigens für die Wendelsteinbahn gebaute Wasserkraftwerk entwickelte sich zum Energieversorger für die benachbarten Gemeinden. Die Wendelsteinbahn nutzte die Bremsenergie, um den anschließend nach oben fahrenden zweiten Zug mit Strom zu speißen.

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Der Herr verstand was von Motivation. Um die Arbeiter bei Laune zu halten, spendierte Otto von Steinbeis jeden Sonntagabend ein Fass Bier.  

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Die etwa 800 meist ausländischen Hilfskräfte arbeiteten schnell. In nur zwei Jahren schufen sie in schwierigstem Gelände bei Wind und Wetter eine zehn Kilometer lange Bahnstrecke.

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Der logistische Aufwand war ernorm. Das Baumaterial wurde mit Seilwinden, Mulis, Loren und später einer Hilfslok transportiert.

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Der wohl schwierigste Streckenabschnitt: Die sogenannte "Hohe Mauer" liegt kurz vor dem Bergbahnhof. Oben ist auch schon die kleine Kirche auf der Schwaigerwand zu erkennen. Dahinter befindet sich das Wendelsteinhaus. Die "Hohe Mauer" ist 130 Meter lang und 17 Meter hoch. Sie ist der zwar der komplizierteste, aber auch der imposanteste Streckenbauabschnitt.

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Am 25. Mai 1912 wurde die Zahnradbahn auf den Wendelstein offiziell eröffnet. Die Wendelsteinbahn war eine Sensation und gab dem bayerischen Alpentourismus ganz neue Impulse.

Wendelsteinbahn

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Otto von Steinbeis hatte dies durch seine Planungen erst möglich gemacht - und bei der Jungfernfahrt natürlich mit an Bord - hier zusammen mit einem Münchner Journalisten.

© Süddeutsche.de/ehm
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