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Subventionen sollen nach Nürnberg fließen:CSU zweifelt am Flughafen Hof

Nach der Einstellung des Betriebs am Hofer Flughafen stellen auch Teile der CSU den Airport offen in Frage. Subventionen des Freistaats sollen künftig nach Nürnberg fließen, die Cirrus Airlines stellte am Montag einen Antrag auf Insolvenz.

Nach der Einstellung des Betriebs am Hofer Flughafen stellen auch Teile der CSU den Airport offen in Frage. Der Vorsitzende des CSU-Verbandes Nürnberg-Nord, Tobias Schmidt, forderte die Staatsregierung auf, die Subventionen einzustellen und das Geld stattdessen in den Airport Nürnberg zu investieren. Auch dieser war zuletzt stark defizitär und kämpft mit sinkenden Fluggastzahlen. Jedoch nutzten den Flughafen Hof-Plauen im letzten Jahr weniger als 8000 Passagiere, Nürnbergs Flughafen knapp vier Millionen Gäste.

Das Geld sei damit besser in die Entwicklung des Nürnberger Airports investiert: "Es macht wenig Sinn, innerhalb der Metropolregion Nürnberg einen erkennbar auch in der Region immer weniger genutzten Flughafen wie Hof künstlich am Leben zu erhalten", sagte Schmidt. Hofs Flughafen wird zurzeit mit mehr als 3,5 Millionen Euro pro Jahr bezuschusst.

Die Cirrus Airlines hatte den Betrieb am Freitag vorläufig eingestellt, nach eigenen Angaben stellte sie am Montag einen Antrag auf Insolvenz. Da die Gesellschaft die einzige Linie ist, die Hofs Airport anfliegt, kam dort der Linienverkehr zum Erliegen. Hofs Oberbürgermeister Harald Fichtner (CSU) kritisierte den Schritt. Dieser komme zum "denkbar ungünstigen Zeitpunkt". Hofs Landrat Bernd Hering (SPD) war nach einer Krisensitzung am Montag trotzdem zuversichtlich, der Betrieb könne weitergehen. Zwar sei er am Freitag "ziemlich fertig" gewesen, wie er im SZ-Gespräch berichtete. Das bayerische Wirtschaftsministerium habe ihm gegenüber aber betont, alle Subventionszusagen einzuhalten.

Das Ministerium zeigte sich am Montag zurückhaltend. Zunächst müsse "geklärt werden", wie es mit Cirrus Airlines weitergehe. Ministerpräsident Horst Seehofer verwies darauf, die Region Hof selbst habe um die Hilfe des Freistaats gebeten. Bei der Unterstützung für Wirtschaftsprojekte gebe es "manchmal schwierige Sachverhalte". Seehofer stehe aber weiter zur Förderung. Die Grünen forderten die Staatsregierung auf, in der Kabinettssitzung am Dienstag "das sofortige Ende der Subventionierung" zu beschließen. (Kommentar)

© SZ vom 24.01.2012/prz/fmue/afis
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