Prozess wegen Hakenkreuzflagge Neonazi gesteht

Thomas W. gibt vor Gericht zu, eine Hakenkreuzflagge auf den Sarg Friedhelm Busses gelegt zu haben. Die Tat wird immer wieder als Auslöser für den Fall Mannichl ins Spiel gebracht.

Im Prozess um das Bedecken eines Sarges mit einer Hakenkreuzflagge hat der angeklagte Neonazi Thomas W. ein Geständnis abgelegt.

Thomas W. im Passauer Gerichtssaal.

(Foto: Foto: ddp)

Ihm sei die Flagge von anderen Teilnehmern der Trauerfeier überreicht worden, sagte W. vor dem Amtsgericht Passau. Er habe sie dann auf den Sarg des Rechtsextremisten Friedhelm Busse drapiert, weil er am nächsten am Grab gestanden habe.

Die Aktion im Sommer 2008 sei aber nicht geplant gewesen. W., der auch bei der rechtsextremen NPD aktiv ist, ist wegen der Verwendung verfassungswidriger Symbole angeklagt. Das Urteil ist noch für Montag vorgesehen.

Die Polizei war bei der Beerdigung am 26. Juli 2008 gegen die Trauergäste aus der rechten Szene massiv eingeschritten. Nach der Beerdigung hatte die Staatsanwaltschaft das Grab öffnen und die Hakenkreuzflagge entfernen lassen. Der Einsatz auf dem Friedhof gilt als möglicher Auslöser des späteren Messerangriffs auf den damaligen Passauer Polizeichef Alois Mannichl.

Der Passauer Polizeichef Mannichl, der W. nach der Tat festnehmen ließ, wurde Mitte Dezember 2008 an der Tür seines Wohnhauses in Fürstenzell von einem bisher Unbekannten mit den Worten "Viele Grüße vom nationalen Widerstand" niedergestochen und schwer verletzt.

Die Ermittler vermuten deshalb einen Racheakt von Rechtsextremisten. Der Täter ist bis heute nicht gefasst.