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Krippenplätze:Der Wille ist da, doch oft fehlts an Geld

Vor diesem Tag zittern die Kommunen in Bayern: In zwei Jahren tritt der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz in Kraft. Doch noch gibt es nicht genug Betreuungsangebote. Jetzt schlagen die Gemeinden und Städte Alarm.

Der Stichtag, vor dem sich viele Kommunalpolitiker in Bayern fürchten, ist der 1. August 2013. Denn von diesem Tag an haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihr Kleinkind. Können die Kommunen dann keinen Platz anbieten, brechen sie geltendes Recht.

Kinderbetreuung Kitas Krippenplätze

Vor allem in Ballungsräumen ist die Nachfrage nach Krippenplätzen hoch - der Bedarf liegt dort weiter über 35 Prozent.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Kommunen schlagen jetzt Alarm. "Wir Städte stehen zum Rechtsanspruch auf den Krippenplatz und tun unser Bestes", sagt der Nürnberger Oberbürgermeister und Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, Ulrich Maly (SPD). "Aber wir brauchen unbedingt mehr Unterstützung vom Bund wie vom Freistaat."

Malys Forderung: Auf einem neuen Krippengipfel sollen Bund, Länder und Städte entscheiden, wie sie den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz erfüllen können. Zwar haben die Kommunen inzwischen mächtig aufgeholt. Immerhin gibt es jetzt bereits für ein Viertel der Ein- bis Dreijährigen Krippenplätze. Gleichwohl brennt es an allen Ecken und Enden. Eine Übersicht.

Quote

Durch die Medien geistert seit Jahren der Begriff der 35-Prozent-Quote. Wenn 35 Prozent der Kleinkinder einen Krippenplatz erhalten, dann sei das Gesetz erfüllt, lautet die landläufige Interpretation. Doch das ist nicht korrekt. Die viel zitierte Quote stammt aus einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2004. Damals wurden 1000 Eltern befragt, ob und wann sie ihr Kind gerne betreuen lassen würden. Das Ergebnis damals: 35 Prozent wollen ihre Kleinkinder in eine Krippe geben. Viele Städte in Bayern wie beispielsweise Ingolstadt, Regensburg oder Rosenheim planen deshalb mit dieser Quote.