Kampf um Milchpreis Bauern-Milch statt Müller-Milch

Kabarettist Ottfried Fischer hat sie feierlich getauft: die "Bayerische Bauern-Milch". Sie ist die Antwort der Bauern im Oberland auf den Preiskampf der Molkerei Müller.

Im Kampf für einen fairen Milchpreis hat die bäuerliche Erzeugergemeinschaft Oberland eG am Donnerstag mit der Vermarktung der sogenannten Bayerischen Bauern-Milch begonnen. Mit einer symbolischen Taufe gab der Schauspieler Ottfried Fischer den Startschuss für die Vermarktungsinitiative auf dem Hof von Milchbauer Reinhold Mayer in Winkl.

Kabarettist Ottfried Fischer und Bauernpräsident Gerd Sonnleitner präsentieren die bayerische Bauern-Milch

(Foto: Foto: dpa)

"Viele Verbraucher haben in Umfragen deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie bereit sind, mehr für die Milch zu bezahlen, wenn beim Bauern auch mehr ankommen würde", erklärte Mayer laut Mitteilung des Bauernverbandes, der die Initiative unterstützt. Mit der Bayerischen Bauern-Milch werde dieser Wunsch erfüllt.

Hintergrund der Vermarktungsinitiative ist der Konflikt zwischen Milchbauern und dem Molkerei-Konzern Müller-Milch, dem die Landwirte unter anderem Erpressungsversuche beim Milchpreis vorgeworfen hatten. Nach Protesten hatte die Großmolkerei den Bauern der Milcherzeugergemeinschaften (MEG) Augsburg und Nordschwaben Anfang April die Geschäftsbeziehungen gekündigt.

Seit Mitte April liefern die rund 200 betroffenen Landwirte ihre Milch nun an die bäuerliche Genossenschaft Milchproduktenhandel Oberland eG. Insgesamt erhält die Genossenschaft täglich rund 240.000 Liter Milch. Sie zahlt den Landwirten nach Angaben des geschäftsführenden Vorstandsmitglieds Anneliese Schwarzbach bisher wie in Bayern üblich zwischen 34 und 36 Cent je Liter Milch.

Der künftige Preis richte sich danach, wie das neue Vermarktungskonzept von den Verbrauchern angenommen werde, sagte Schwarzbach. "Wir werden alles, was wir mehr verdienen, an die Landwirte weiterreichen." Daran wolle sich die Genossenschaft messen lassen.