Das abgeschaltete Porno-Girl

Natürlich darf die Pornodarstellerin Natalie Hot in einem Wohnhaus im oberbayerischen Ampfing auch weiterhin stöhnen - aber bitte nicht mehr in der Arbeitszeit. Ursprünglich wollte sie als Webcam-Girl hinter heruntergezogener Jalousie ihre Kunden branchenüblich zufriedenstellen, wogegen sich aber nicht nur die Nachbarn, sondern auch der Ampfinger Gemeinderat stellte. Hot setzte sich juristisch zur Wehr, das Verwaltungsgericht München wies die Klage jedoch zurück. Nach Überzeugung des Gerichts könne Natalie Hot ihrem Gewerbe im Wohngebiet nicht länger nachgehen, weil ihre Tätigkeit nicht im Einklang mit dem Baurecht stehe. Dabei spielte auch eine Rolle, dass es die junge Frau nicht an Fleiß fehlen ließ. Sprich: Die Tätigkeit fand "in nicht unerheblichem Umfang statt". Aber etwas anderes hatte offenbar in Ampfing das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht: die Einladung zu einer Swingerparty im privaten Partykeller für die Nachbarn. "Damit sie sich selbst einmal ein Bild machen können, was im Haus so vor sich geht", hatte Hots Partner zunächst verlautbart. Später räumte er allerdings ein: "Natürlich wollten wir damit auch provozieren." Das hat offenbar ganz gut funktioniert.

Bild: Matthias Balk/dpa 31. Dezember 2016, 18:042016-12-31 18:04:35 © SZ.de/infu