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Bildungspolitik:Klagen über Hauptschulsterben

Die Kritik an der Schulpolitik der Staatsregierung reißt nicht ab - auch in der CSU wird der Ruf nach einer "kräftigen Aufwertung" der Hauptschule lauter.

Die Kritik an der Hauptschulpolitik der Staatsregierung reißt nicht ab. "Seit 2004 sind 359 Hauptschulen in Bayern geschlossen worden", bemängelte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Simone Tolle. Davon seien knapp 16.000Schüler betroffen.

Rechne man Hauptschulen hinzu, für die es im gleichen Ort Ersatz gebe, betrage die Auflösungsquote ein Drittel. Dies sei Beleg für ein Hauptschulsterben. Die CSU-Regierung müsse vom dreigliedrigen Schulsystem abrücken, forderte Tolle. FDP-Bildungsexpertin Renate Will warf Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) vor, aus wahltaktischen Gründen an den Strukturen festzuhalten. Sie sagte voraus, dass es nach der Landtagswahl "drastische Veränderungen" bei den Hauptschulen geben werde.

Der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, Hans Schaidinger (CSU), forderte: "Die Hauptschule braucht eine kräftige Aufwertung.'' Man müsse Ganztagsschulen schaffen und Schwerpunkte setzen. Es sei "unrealistisch, alle Hauptschulen zu erhalten". Von den rund 1000 bestehenden könnten seiner Ansicht nach 700 erhalten werden. Schaidinger schlug vor, eine stärkere Kooperation mit den Realschulen zu testen.

Minister Schneider wies die Kritik zurück. "Die Hauptschule ist in Bayern eine leistungsfähige Schulart", betonte Schneider. Zwar ließen sich nicht alle 1050 Standorte halten. Aber "das Netz der Hauptschulen" lege sich auch in Zukunft "viel dichter" über den Freistaat als bei Realschulen und Gymnasien.