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Tuning-Legende Carlo Abarth:Im Zeichen des Skorpions

So stieß er zum Team des Industriellen Piero Dusio, der mit Porsche-Hilfe einen Zwölfzylinder-Kompressor-Rennwagen und Allradantrieb baute. Abarth wurde dort Rennmanager. Aber Cisitalia schlidderte kurz darauf in die Pleite. So machte sich Abarth 1949 in Turin selbständig. Er setzte einige Jahre lang bei Rennen Cisitalia-Wagen und Eigenkonstruktionen ein. Tazio Nuvolari fuhr auf einem Abarth seinen letzten Sieg heraus - 1950, beim Bergrennen Monte Pellegrino auf Sizilien.

Legendär sind seine Autos - wie unter anderem die giftigen kleinen Fiat-Abarth 750 - die bis 1971 Tausende Siege einfuhren.

Der jähe Aufschwung der Firma kam 1956. Schon zuvor hatte Carlo Abarth mit der Produktion von Auspuffanlagen begonnen - eine Goldgrube, wie sich bald erwies. Bis zu 300.000 Stück verkaufte er von nun an pro Jahr. Vor allem die Deutschen, die gerade Italien als Urlaubsparadies entdeckt hatten, nahmen - noch trunken von Sonne, von Rimini und dem Schlager "Volare" - neben den bauchigen Bastkorbweinflaschen gern noch eine der vierrohrige Abarth-Anlage für ihren VW-Käfer mit nach Hause.

Noch wichtiger aber war für Abarth & Co das Debüt des Fiat 600 beim Genfer Salon 1956. Dieser Auto-Zwerg schuf die Basis für eine historische Wende: Er wurde umfrisiert - zum supersportlichen Fiat Abarth 750. Die kleine Krawall-Tüte - das erste Exemplar bestellte Fiat-Besitzer Umberto Agnelli - wurde Abarth förmlich aus den Händen gerissen. Einen "genialen Bastler" nannte ihn die Fachpresse. Ein Begriff, der den Wiener, der auch als Gourmet und Kunstkenner galt, schwer beleidigte: "Ich betreibe Neubauten auf bekannter Basis. Wir sind ein Ingenieur-Betrieb."

Die folgenden 15 Jahre brachten eine unglaubliche Typenfülle, die meisten auf Fiat-Basis: Abarth Bialbero, Abarth 850, 1000, 1300, 1600, 2000, 3000, Spider, Coupés (wie der OT), Prototypen, Formel-Wagen, Rekordrenner, Abarth Simca. Selbst aus dem kleinen 500er Fiat wurde ein Abarth-"SS". Die Absatzzahlen schnellten hoch.

Fiat 500 Abarth

Der etwas halbstarke Auftritt