Mobilität in den USA:Auf dem Highway ist die Hölle los

Ein paar Fakten, die diesem Ziel entgegenstehen, lassen sich da nicht vermeiden. Etwa, dass Kalifornien weltweit die sechstgrößte Wirtschaftsregion ist und bei den Emissionen an neunter Stelle rangiert. 41 Prozent aller Abgase produziert der Straßenverkehr; und das Texas Transportation Institute in Houston hat errechnet, dass allein in San Francisco jährlich Arbeitsstunden im Wert von 2,4 Milliarden Dollar im Stau auf dem Highway verschwendet werden; amerikaweit sind es 78 Milliarden Dollar.

Mobilität in den USA: Falsch verstandene Freiheit: Noch immer gehört das Auto, und mit ihm viele überflüssige Fahrten, zum Selbstverständnis Amerikas.

Falsch verstandene Freiheit: Noch immer gehört das Auto, und mit ihm viele überflüssige Fahrten, zum Selbstverständnis Amerikas.

Sechs Autofahrten pro Tag sollten reichen ...

"Action!" hat Schwarzenegger daher als Devise an Mitstreiterinnen wie Sunne Wright McPeak, Ex-Ministerin und Vorsitzende einer Technologietransfer-Stiftung, ausgegeben. Hyperaktiv, wenn auch in anderem Sinne, ist der kalifornische Normalbürger schon lange. "Zehnmal am Tag kurvt hier jeder mit dem Auto herum", klagt McPeak, "und das nur, um Zahnpasta, Waschmittel oder Brot zu kaufen."

Auf sechs Fahrten pro Tag ließe sich das mit etwas gutem Willen beschränken. Mit verbesserten Nahverkehrssystemen, glaubt Chuck Harvey, Chef des S-Bahn-Betreibers Caltrain, der die Strecke zwischen San Francisco und San Jose bedient, wäre zumindest ein Teil davon in den Griff zu bekommen. Leider aber gäbe es in den gesamten Vereinigten Staaten keinen heimischen Hersteller von Schienenfahrzeugen mehr, der den Ansprüchen nach zeitgemäßem Wagenmaterial nachkommen könne. Stattdessen heißen die Lieferanten Nippon Sharyo, Kinki, Bombardier oder Siemens.

Und vielerorts ließe eine vernünftige Stadtplanung auf sich warten, sei kaum mit dem Trassenbau voranzukommen. Ein "kompliziertes juristisches Umfeld" macht Jim Bourgart, Vizechef der kalifornischen Verkehrsbehörde Caltrans, allein deshalb aus, weil die Bodenpreise in und um San Francisco dreimal so hoch sind wie im Rest der Vereinigten Staaten. Da sei es vielen nur schwer zu vermitteln, dass für den Bau von Schienenwegen, die auch Vororte erreichen, Privatland einbezogen werden muss - statt einfach wie gewohnt mit dem Auto zu fahren.

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