Formel Vau:Lebe wild und gefährlich

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Traditionspfleger Orthey, der sich dem Weiterleben der Serie aus Passion widmet, ist auch einer der Initiatoren der Formel-Vau-Ausstellung, die derzeit im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München zu sehen ist. Da stehen sie dann artig in Reih und Glied, die wilden Hunde von einst: ein Beach von 1964, der mit Solex-Vergaser aus dem Käfer 45 PS leistete und etwa 165 km/h machte, dahinter ein Apal. Der lief mit 1300 cm3 bereits 180 km/h.

Über die Austro Vau, Kaimann, den von der Münchner Mahag gebauten Olympic von 1969 bis hin zum Maco von 1971 lässt sich der allmähliche Wandel der Formel nachvollziehen. Immer besser, immer teurer, auch das veranschaulicht die Ausstellung. Wurden anfangs noch moderat modifizierte Käfermotoren mit 1300 cm3 mit offenen Auspuffanlagen und serienmäßigen Solexvergasern eingesetzt, die mit viel Feinarbeit auf 70 PS gebracht wurden, ließ das Reglement später Zweivergaser-Anlagen, Trockensumpfschmierung und andere Nockenwellen zu. An die 100 PS leisteten die späten Formel Vau und waren immerhin fast 200 km/h schnell. Und das bei 375 Kilo Gewicht.

Stärker Motoren und hohe Preise bringen das Ende

Doch Ende 1970 hat die Formel Vau ihren Zenith erreicht. Zwar bringt die Serie 1973 mit dem Finnen Keke Rosberg noch ein "letztes Riesentalent hervor", so Rainer Braun, doch schon seit 1971 wechseln die meisten Top-Fahrer in die neue Formel Super Vau. Die macht richtig ernst. Es ist zwar noch alles VW-Technik, aber unter 20.000 Mark pro Auto geht nichts mehr. Dafür leistet der Typ-4-Motor aus dem VW 411 jetzt 120 bis 140 PS, das reicht für immerhin 230 km/h - und trennt auch fahrerisch die Spreu vom Weizen. Doch die Professionalisierung hat ihren Preis. 1981 kostet ein Super Vau dreimal so viel wie 1971. Von Nachwuchsserie kann keine Rede mehr sein. Ende 1982 zieht VW die Konsequenzen und stellt die Formel Super Vau ein.

Mit dem Volkswagen auf die Rennstrecke: Von der Formel Vau in die Formel 1; Ausstellung im Verkehrszentrum des Deutschen Museums, München; bis 30.März 2008. Infos: www.deutsches-museum.de.

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