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Erfolg und Strategie:Die Kia-Schau

Der koreanische Autohersteller ist erfolgreich durchgestartet, sucht aber noch sein Profil - ein eigenständiges Gesicht, das nicht anonym-asiatisch in der Menge untergeht.

Die Zeiten der fetten zweistelligen Zuwachsraten sind für Kia vorläufig vorbei. Es geht 2007 insgesamt zwar noch leicht nach oben, aber inzwischen müssen die Händler die Autos aktiv verkaufen statt zuteilen. In Europa boomt vor allem der Absatz des neuen Cee'd, der in der Slowakei produziert wird. Den Golf-Klässler gibt es als Zweitürer, als Viertürer und als Kombi, der Sporty Wagon heißt. Alle drei Modelle sind nicht nur gut und günstig, sondern auch hübsch anzusehen.

Bis zu sieben Jahre Garantie - das hat was

Das war bekanntlich nicht immer so. Mit dem 103 kW (140 PS) starken Diesel ist der getestete Cee'd zwar sehr sparsam motorisiert (Verbrauch 5,6 Liter - die schwächeren Selbstzünder kommen mit 4,7 Liter aus), doch die lange Übersetzung zügelt das Temperament. Außerdem ist die Feder-Dämpfer-Abstimmung eindeutig zu straff ausgefallen. Auch die Lenkung könnte um die Mittellage mehr Fahrbahnkontakt vermitteln.

Auf der Habenseite notieren wir das ordentliche Platzangebot, die saubere Verarbeitung und das narrensichere Fahrverhalten. Im Vergleich zur deutschen Konkurrenz ist der ab 14.430 Euro lieferbare Kompaktwagen rund 3000 Euro billiger. Außerdem überzeugt die ziemlich konkurrenzlose Fünf-Jahres-Garantie. Motor und Getriebe werden sogar sieben Jahre lang kostenlos repariert.

Seit 1998 tickt Kia im Verbund mit Hyundai. Beide Marken teilen sich Technik, Aggregate und Produktionsstätten. Das spart Geld - und sorgt für Verwirrung. Denn die Markenwerte sind nach wie vor nicht endgültig definiert, teilweise überschneiden sie sich sogar.