Das ABC der alternativen Antriebe (2): Bioethanol:Getreide tanken?

Die fossilen Brennstoffe gehen in den nächsten Jahrzehnten zur Neige. Zunehmend kommen daher in der Autobranche alternative Antriebskonzepte ins Gespräch: fünf Fragen und Antworten zum Thema Bioethanol.

1. Was ist eigentlich Bioethanol?

Bioethanol (Ethylalkohol) wird durch Destillation nach alkoholischer Gärung oder durch vergleichbare biochemische Methoden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Man unterscheidet drei Gruppen: Bioethanol aus stärkehaltigen Pflanzen (Mais, Kartoffeln, Roggen, Weizen), Bioethanol aus zuckerhaltigen Pflanzen (Zuckerrüben, Zuckerrohr) und Bioethanol aus zellulosehaltigen Pflanzen (Holz, Stroh).

In Deutschland käme für die Produktion zunächst Getreide (Weizen, Roggen) oder Zuckerrüben in Frage. Für die Herstellung auf Basis von Lignocellulose (zum Beispiel Stroh oder Holz) gibt es gegenwärtig keine kom­merziell betriebenen Anlagen in Deutschland. Solche Verfahren befinden sich noch im Pilotstadium.

Schweden zum Beispiel hat es sich als Staatsziel verordnet, von 2020 an auf jegliche fossile Rohstoffe zu verzichten. Der skandinavische Staat verfügt allerdings - im Gegensatz zu anderen - über einen wertvollen, stets nachwachsenden Rohstoff: Holz. Viele andere Staaten müssen mit dem Problem umgehen, dass sie oft die Grundlagen für Nahrungsmittel verwenden, um Bioethanol herzustellen. Ein Problem, dass in Zukunft noch größer werden wird.

2. Verträgt mein Auto Bioethanol?

Mit den neuen Ethanol-Kraftstoffen E50 und E85 drohen normalen Benzin-Fahrzeugen teure Schäden, weil sie diesen Kraftstoff nicht vertragen. Anders sieht es aus, wenn der Motor und sein "Umfeld" auf diesen Kraftstoff hin angepasst sind. Ein speziell entwickeltes Motormanagement erkennt hier das jeweilige Kraftstoff-Mischungsverhältnis, Ventile und -sitze sind speziell gehärtet, alle Kraftstoff führenden Teile bestehen aus besonders korro­sionsbeständigen Materialien. Dank effektiver Motorvorwärmung kann damit auch bei Temperaturen unter minus 15 °C problemlos gestartet werden. Umrüstungs-Möglichkeiten gibt es nicht, sie wären viel zu teuer. Autos, die Bioethanol vertragen, tragen meist die Bezeichnung: "Flexible Fuel Vehicle", kurz "FFV".

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