CO2-Diskussion Die Formel 1 wird grün

Die aktuelle Diskussion um die CO2-Belastung durch Formel-1-Rennen sei stark verzerrt, heißt es unterdessen bei BMW, das in seine zweite Saison mit dem werkseigenen Team gehen wird. Bei einem Rennen der "Königsklasse des Motorsports" würden 99 Prozent des CO2 durch die Zuschauer verursacht, die mit dem Auto zur Strecken kommen. Dem liegt die Annahme zu Grunde, dass 100 000 Zuschauer in 50 000 Autos für Hin- und Rückweg etwa 150 Kilometer zurücklegen würden. Der Sprecher der Herstellervereinigung GPMA, Xander Heijnen, rechnete vor diesem Hintergrund hoch, dass die Fußball-Bundesliga in einer Saison so gesehen schmutziger sei als die Formel 1. Diese stellt aber eine der bedeutendsten Marketing-Plattformen weltweit für die Automobil-Hersteller dar, etwas für ihr Öko-Image zu tun.

FIA-Chef Max Mosley und das CO2: DIe Formel 1 soll kein "Dinosaurier" sein.

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Der Zuschauer als Hauptverursacher?

Dementsprechend sollen auch die High-Tech-Boliden, die der Einführung neuer Technologien in den Straßenautos wieder einmal Vorschub leisten könnten, umweltfreundlicher werden. Dem Klimaschutz zugute kommt bereits - wenngleich auch aus Gründen der Kostenersparnis - die Begrenzung der jährlichen Testdistanz auf jeweils 30 000 Kilometer. Auch der Reifenverschleiß wurde deutlich zurückgefahren.

Veränderungen am Herzstück des Wagens sollen spätestens von 2011 an folgen. Die Einführung eines reinen Hybridmotors schloss GPMA-Sprecher Heijnen eher aus, stattdessen sei die Kombination aus Otto-Motor und Elektro-Antrieb die einzige Lösung. Durch einen so genannten Power-Boost soll die Energie entladen werden können, die beispielsweise bei einem Bremsvorgang gespeichert wurde.

FIA-Chef Mosley blickt schon einmal in eine "grüne Zukunft": "Ob man eine Drei-Liter-Maschine hat, die nur den Treibstoff verbrennt und rund 800 PS hat oder ob man einen Zwei-Liter-Motor mit 650 PS hat, der die anderen 150 PS durch Rückgewinnung erzielt - wenn das dann auch noch den CO2-Ausstoß verringert und direkten Einfluss auf die Auto-Industrie hat, hat man wirklich etwas erreicht."

(dpa)