BMW X6 Liebe auf den zweiten Blick

Dort, wo im X5 nie Platzangst aufkommt, zollt der X6 seiner Sportlichkeit Tribut. In der zweiten Reihe sitzt man tief und aufrecht, mit stark angewinkelten Knien und zwangsläufig gespreizten Beinen. Für eine in der Neigung verstellbare Lehne fehlt ebenso der Platz wie für eine bessere Oberschenkelauflage. Quer sitzen geht auch nicht, weil beidseits der Pobacken Ablageschalen auf ihren Einsatz warten.

Hinten zollt der X6 seiner Sportlichkeit Tribut. In der zweiten Reihe sitzt man tief und aufrecht, mit stark angewinkelten Knien und zwangsläufig gespreizten Beinen.

(Foto: Foto: BMW)

Eindrucksvolle Fahrtalente

Darüber hinaus behindern die unten schmale Tür und die abfallende Dachpartie den Ein- und Ausstieg. Weitere X6-Nachteile sind die sehr hohe Ladekante und die mäßige Sicht nach hinten. Doch das war's auch schon mit der Coupé-bedingten Schelte. Vorne lebt es sich blendend, sogar besser als im X5. Das liegt an den genial-effektiven Kniepolstern, an den exzellenten Sitzen und an der weitgehend stimmigen Ergonomie. Leider kostet die Kombination aus belüftetem Komfort- und Aktivsitz in Verbindung mit den grundsätzlich aufpreispflichtigen Lederbezügen die stattliche Summe von 6430 Euro.

Weil wir gerade beim Addieren sind: Das große Navi belastet das Budget mit 4000 Euro, Adaptive Drive und Aktivlenkung schlagen mit 4590 Euro ins Kontor, für das Head-up-Display sind 1340 Euro fällig. Die Spanne der Grundpreise reicht von 55.800 Euro für den 30d (173 kW/235 PS) bis 73.800 Euro für den neuen Biturbo V8 im 50i (300 kW/ 407 PS).

Ohne Zuzahlung mit an Bord des 2,2-Tonners sind Xenonlicht, Klimaanlage, 19-Zoll-Alus und die Dynamic Performance Control DPC. Diese adaptive Drehmomentverteilung an der Hinterachse sorgt für mehr Agilität, mehr Lenkpräzision und mehr Stabilität. Auf der Teststrecke stellte der mit sämtlichen Fahrdynamik-Goodies bestückte X6 seine Talente eindrucksvoll unter Beweis: erstaunliche Spurtreue, sehr gutmütiges Fahrverhalten, flinkes Handling, bärenstarke Bremsen, reaktionsschnelle Lenkung, geringe Gier- und Wankmomente, akzeptable Seitenneigung, Top-Traktion selbst bei Nässe. Ein Übersteuern unter Last ist nur bei niedrigen Reibwerten möglich. Statt Drehmoment wegzuregeln und sich damit selbst den Wind aus den Segeln zu nehmen, ist der X6 ein Meister im Umverteilen der Kräfte. Weil das in Querrichtung jetzt ebenso gut funktioniert wie in Längsrichtung, fährt sich der Wagen stets souverän auf Zug.

Gewaltig um die Kurve

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