Blech der Woche (35): Opel GT Poor man’s Corvette

Viel Arbeit hatte er mit seiner Neuerwerbung einst nicht, denn bei der Erstbesitzerin stand der rote Flitzer viel in der Garage und kam offenbar verhältnismäßig selten auf der Straße: Der Tachostand ist bis heute nur fünfstellig. "Ich habe den Wagen gesehen und sofort gewusst, der ist es. Im unverbastelten Originalzustand sind sie rar. Die meisten GTs sind irgendwann jugendlicher Bastelwut zum Opfer gefallen, wurden verspoilert, tiefer gelegt und oft verheizt. Hinzu kam eine teilweise fürchterliche Blechsubstanz".

Blech der Woche (34): Sunbeam Tiger V8

Brite mit Ami-Herz

Zumindest Letzteres erklärt sich durch die Art und Weise, wie der 1965 als "Experimentalfahrzeug" vorgestellte Opel GT schließlich zum Serienmodell wurde - obwohl Opel anfangs weder die Absicht noch die notwendigen Kapazitäten frei hatte. Die Karosserien wurden deshalb ab 1968 bei der französischen Manufaktur Brissonaux & Lotz im Lohnauftrag hergestellt und dann - teilweise nur mit einer dünnen Schicht Grundierung geschützt - auf offenen Bahnwaggons nach Bochum gebracht, wo sie auf den Kadett-Montagebändern komplettiert wurden.

So entstanden Fahrzeuge, die zum Teil schon sprichwörtlich im Katalog rosteten und entsprechend mit viel Spachtel, Polyester und Blechschusterei über die Jahre gerettet wurden. So ein Fahrzeug aber war nichts für Siegfried: "Für mich aber kam nur ein unverpfuschtes Exemplar in Frage."

Das verwundert nicht, denn der GT ist nur einer von mehreren klassischen Opel, die der Mann aus der Umgebung von Düsseldorf besitzt. In seiner kleinen Kollektion befinden sich unter anderem ein 53er Olympia und ein Vorkriegs-Admiral aus dem Jahr 1938. Der GT ist das jüngste Modell in Siegfrieds Sammlung. Er hat nicht nur die Farbe einer Coladose, auch seine Form wurde seinerzeit von den amerikanischen Fans als "coke bottle design" bezeichnet.