Im Kampf um den Klimawandel müssen zunächst die reichen Staaten in Vorleistung treten. Erst dann wird der Rest der Welt mitziehen.
Auf der Homepage des Klimasekretariats, das die Vereinten Nationen in Bonn eingerichtet haben, tickt eine Countdown-Uhr. 255 Tage und wenige Stunden zeigt sie an diesem Freitagmorgen. Die zweideutige Symbolik solcher rückwärts laufender Uhren kennt das Publikum aus ungezählten Filmen. Tickt hier die Frist bis zur Explosion einer Bombe, die Zerstörung und Tod bringt? Oder vergeht die Zeit bis zum Start einer Rakete, dem Aufbruch in ein neues Zeitalter?
In vielen Regionen der Erde leiden die Menschen bereits jetzt unter den Folgen des Klimawandels. (© Foto: AFP)
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Der Moment, an dem die Uhr auf null springt, löst diese zwiespältigen Erwartungen aus. Es ist der Beginn der Klimakonferenz von Kopenhagen am 7.Dezember. Die Staaten der Welt wollen dort ein Abkommen zum Kampf gegen den Klimawandel beschließen. Dieses Gipfeltreffen wird auf drei Tagungen vorbereitet, die erste davon beginnt an diesem Wochenende in Bonn. Spätestens jetzt sollten die Vertreter der Industrieländer - und die Bürger dieser Nationen, vor denen die Politiker jedes Abkommen rechtfertigen müssen - die einzige Geisteshaltung einnehmen, die zum Erfolg führen kann: Demut statt Dünkel.
Auch wenn sie sich etwas auf ihr Umweltbewusstsein einbilden, können die reichen Staaten keine Forderungen stellen. Sie müssen Angebote vorlegen, sich den Ansprüchen der Entwicklungs- und Schwellenländer beugen.
Wer über den Klimawandel nachdenkt, erliegt häufig einem Trugschluss. Dann heißt es: Wenn Chinesen und Inder nicht mitmachen, warum sollten sich die Industriestaaten auf eine Vereinbarung einlassen? Doch jede daraus abgeleitete Verhandlungstaktik wäre verfehlt: Es wird nicht gelingen, zuerst den Schwellenländern Zugeständnisse abzuringen und sie danach mit Konzessionen zu belohnen. Die Regierung Bush hat mit dieser Haltung acht Jahre lang den Kampf gegen den Klimawandel blockiert.
Das Geben und Nehmen kann nur anders herum funktionieren: Erst treten die reichen Nationen in Vorleistung, dann stimmt der Rest der Welt zu. Der Effekt mag der gleiche sein, aber der Blickwinkel auf das Problem ist umgekehrt. Dieses Vorgehen enthält das Eingeständnis, dass die Industriestaaten eine größere Verantwortung für die Probleme tragen, und dass sie über größere Ressourcen für die Lösung verfügen.
Es war also ein Fehler, dass sich die reichen Nationen nicht schon auf einen Klima-Fonds geeinigt haben. Er würde gefüllt mit Gebühren auf den Ausstoß von Treibhausgasen. Die EU hat schon begonnen, jene zur Kasse zu bitten, die Kohlendioxid in die Atmosphäre blasen. Das Geld soll Entwicklungs- und Schwellenländern die Anpassung an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels erleichtern. Aus dem Topf würde der Transfer von energiesparender Technik finanziert. Die armen Länder würden mit dem Geld auch in Deutschland einkaufen.
Der Fonds wäre ein Beleg für die Ernsthaftigkeit, mit der die Industrienationen nach einer Lösung suchen. Aber den Fonds gibt es nicht - stattdessen haben die Industriestaaten bisher nur die Karotte gezeigt, mit der man den Esel eines Tages zu füttern beabsichtigt.
Diese Taktik mag bei Tarifverhandlungen Erfolg haben, aber das Abkommen von Kopenhagen fällt in eine andere Kategorie. Die Welt muss hier vereinbaren, die Probleme von Klimawandel und Armut gemeinsam zu lösen. Nur eines von beiden anzugehen, wird nicht genügen: Bleibt der Klimawandel ohne Antwort, dann hilft auch kein Programm zur Armutsbekämpfung. Die Lebensbedingungen werden schneller zerstört sein. Und findet ein Klima-Abkommen keine Lösungen für die Armut, dann muss es scheitern - vor allem die Schwellenländer wissen inzwischen, wie man Wirtschaftswachstum ohne Rücksicht auf Verluste erzeugt, wenn man ungehemmt Öl und Kohle verbrennt. Das haben ihnen die heute reichen Staaten zwei Jahrhunderte lang vorgemacht. In Kopenhagen muss ein neues Zeitalter beginnen.
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- Klimawandel und Klimaskepsis Heiße Köpfe 27.02.2009
(SZ vom 27.3.2009/beu)
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Selbstverständlich kann man das große Geld nur in den Industrieländern abkochen. Gegen den CO2-Anstieg wird das aber nicht helfen, der hängt nur von Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum ab. Die deutschen Solarstromsubventionen (ca. 100 Milliarden in den nächsten 20 Jahren) werden in diesem Zeitraum den Temperaturanstieg um ca. 0,0001 Grad vermindern. Deutlich effizientere Maßnahmen, wie der Ersatz alter Kohlekraftwerke mit 30% Wirkungsgrad durch moderne mit 50% haben da keine Chance. Um den Wahnsinn komplett zu machen werden in Deutschland auch noch die Kernkraftwerke abgeschaltet.
Der Beitrag bringt (endlich) das Entscheidende an der Klima-Debatte auf den Punkt: Nur ein Bewusstseinswandel kann uns weiterhelfen. Ich würde sogar weiter gehen: Nur eine neue Ontologie, ein neues Sein(sverständnis, kann uns weiterhelfen. Der liebe Gott - wenn es Ihn (oder Sie oder Es) in einer anderen Dimension oder als höher dimensioniertes Wesen hier* gibt - setzt uns mit dem Klimawandel die Daumenschrauben an.
An einer anderen Zeitenwende, vor knapp 2000 Jahren, sagte der gescheite Schüler eines weisen Mannes: "Das Gesetz tötet, der Geist macht lebendig" (Paulus). Heute würde man sagen: Die Gesetzgeber, also die Politiker, werden das Problem nicht lösen, nur ein neues Bewusstsein wird es lösen. Ich persönlich nehme an, dass das neue Bewusstsein aus Indien kommen wird oder schon gekommen ist: Veda, das Wissen von dem höherdimensionierten Weltall und dem höherdimensionierten Bewusstsein.
Was die Gesetzgeber betrifft, kann ich mit den Vorrednern nur sagen: "forget it". Auch der (ziemlich dünkelhafte) Ratschlag, doch bitte die Weltbevölkerung zu reduzieren, ist bereits Gesetz, nämlich in China, wo die Ein-Kind-Politik entweder nicht funktioniert oder großes Leid verursacht, wenn z.b. der Sohn ausbleibt.
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*Vielleicht gibt es ja sogar uns selber in einer höheren Dimension oder als höher dimensionierte Wesen? Vielleicht wird der Large Hadron Collider uns demnächst darüber Aufschluss geben, dass alles die Raumzeit transzendiert, auch die Teilchen, die uns zusammensetzen.
Politik und Gesellschaft sollte endlich anfangen zu akzeptieren und daraus entsprechende Konsequenzen ziehen, aus der Tatsache, daß die größte Umwelt- und Klimazerstörung durch die Überbevölkerung entsteht. Anstatt in regionale Egoismen zu verfallen und den Geburtenrückgang in den Industrieländern zu beklagen, sollte doch grenzübergreifend alles getan werden, um die Zahl der Bevölkerung auf ein welt-verträgliches Maß zu bringen. Es ist halt nun mal Fakt, daß alles auf dieser Welt endlich ist und wenn wir nicht aufhöhren mit der Humanduselei, wird es der Erde noch viel, viel schlechter gehen und damit immer noch mehr Menschen in Hunger, Armut und Krankheiten treiben. Anzufangen haben natürlich die Industrienationen ihren maßlosen Verbrauch in allen Bereichen stark einzuschränken und ein anderes Gesellschaftsmodell zu entwerfen, das nicht nur als einziges Ziel von Lebens- und Wirtschaftssinn den ständigen Konsum vor Augen hat.
Das, was vor 40 Jahren die Endlosdiskussionen der 68er zur Durchsetzung utopischer Ziele waren, ist heute politischer Alltag (auf Steuerzahlerkosten).
die vorgetragenen Argumente beruhen auf Trugschlüssen ...
"Wer über den Klimawandel nachdenkt, erliegt häufig einem Trugschluss. Dann heißt es: Wenn Chinesen und Inder nicht mitmachen, warum sollten sich die Industriestaaten auf eine Vereinbarung einlassen?"
Chinesen und Inder können nicht mitmachen. Sie ahben zwischenzeitlich einen industrielle Komplex aufgebaut, der zum einen als Werkbank der Welt zu zählen hat, zum anderen wollen sie an der Entwicklung der Welt teilhaben. Sie bauen auch keine Atomkraftwerke, weil beide Kohle im Überfluss haben.
Die westlichen Industrienationen können einstweilen ihre Energieproduktion nur marginal herunterfahren; in Deutschland sind Atonkraftwerke nicht durchzusetzen. Ggf kann man es sich auch leisten, auf den ITER zu warten ... aber all dies wird den Klimawandel auch nicht aufhalten.
"Das Geben und Nehmen kann nur anders herum funktionieren: Erst treten die reichen Nationen in Vorleistung, dann stimmt der Rest der Welt zu."
Dann ist es zu spät. Die Spielchen der Politik werden so funktionieren, wie sie immer funktioniert haben: viel reden auf langen KOnferenzen, die in einem viel zu großen zeitlichen Abstand folgen. Aber vielleicht ist gerade das die Taktik. Auf der anderen Seite kann dieser Planet nicht unbeschränkt Menschen aufnehmen, die alle den selbstverständlichen Anspruch auf ein vergleichbares Leben stellen. Herr Schrader, schreiben Sie mal etwas realisitsches, aber formulieren Sie nicht die sattsam bekannten Positionen der Illusionisten meint ...
Kuni
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