Von SZ-Autoren Von Geist und Sinn

Wir denken nicht nur mit dem Kopf, sondern wir glauben auch, was uns der Kopf glauben macht und glauben lässt. Martin Urban erklärt, warum das so ist.

Die Fähigkeit des Menschen, Muster zu erkennen, und das Bedürfnis, einen Sinn im Leben zu suchen, haben dieselben Wurzeln. Wir denken nicht nur mit dem Kopf, sondern wir glauben auch, was uns der Kopf glauben macht und glauben lässt.

Martin Urban zeigt, dass der islamische und der christliche Fundamentalismus derselben archaischen Unterwelt in unserem Kopf entspringen

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Martin Urban, Begründer und langjähriger Leiter der Wissenschaftsredaktion der SZ, hat die Erkenntnisse der Wissenschaften, wie etwa der Gehirnforschung, auf den Glauben angewendet.

Diese Erkenntnisse erlauben Antworten auf Fragen, die noch vor wenigen Jahrzehnten als nicht beantwortbar galten.

Sein Buch wendet sich an Leser, die auf der Suche sind, die Zusammenhänge verstehen wollen, denen spirituelle Erfahrungen wichtig sind.

Der Autor setzt sich auch mit jenen Glaubens- und Moralvorstellungen der Religionsgemeinschaften auseinander, die den Menschen für unmündig halten.

Er zeigt, dass der islamische und der christliche Fundamentalismus, die beide das Zusammenleben der Menschen bedrohen, derselben archaischen Unterwelt in unserem Kopf entspringen.

Martin Urban ist als Autor oder Herausgeber an zahlreichen Publikationen beteiligt. Der Journalist wurde unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Wissenschaftspublizistik ausgezeichnet. Von ihm stammt auch die Bücher: "Wie der Mensch sich orientiert. Von der Kunst, dem Leben eine Richtung zu geben" und "Wie die Welt im Kopf ensteht. Von der Kunst, sich eine Illusion zu machen"

MARTIN URBAN: Warum der Mensch glaubt. Von der Suche nach dem Sinn. Eichborn Berlin, Berlin 2005. 255 Seiten, 19,90 Euro.