Wissenschaftler fordern, dass das Geschlecht bei der Entscheidung über eine Organvergabe berücksichtigt werden sollte. Denn Frauen stoßen neue Organe von Männern auffällig oft ab.
Der kleine Unterschied geht bis ins Mark. Männer und Frauen unterscheiden sich noch im Knochenmark und auch in anderen Organen, die bei Transplantationen eine Rolle spielen.
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Der Kampf der Geschlechter tobt so heftig, dass Frauen Organe von Männern auffällig oft abstoßen.
Zu diesem Schluss kommen Ärzte aus Basel und Heidelberg, die den Ausgang von knapp 200.000 Nierenverpflanzungen untersucht haben. "Künftig sollte das Geschlecht bei der Entscheidung über Organvergaben berücksichtigt werden", fordern Alois Gratwohl und Gerhard Opelz nun im Fachblatt Lancet.
Die Gefahr, dass eine Niere abgestoßen wird, ist rund zehn Prozent höher, wenn eine Frau sie von einem Mann bekommt als bei allen anderen Geschlechter-Kombinationen.
Schuld ist offenbar das männliche Y-Chromosom. Es sorgt dafür, dass sich auf den Organen von Männern Moleküle befinden, die dem Immunsystem dabei helfen, den eigenen Körper von krankmachenden Eindringlingen zu unterscheiden. Weil Frauen kein Y-Chromosom haben, sind ihrem Immunsystem diese Moleküle fremd. Es bekämpft sie.
Frauen sollten daher eher Nieren von Frauen bekommen und Männer die von Männern, fordern Gratwohl und Opelz. Beide Geschlechter hätten etwas davon. Denn umgekehrt gingen die kleineren weiblichen Organe im Körper von Männern mit der Zeit häufig an Überlastung zugrunde.
Weil also beide Geschlechter mit einem Organ des anderen Geschlechts nicht restlos glücklich würden, sei die Zerstörung der männlichen Nieren durch das Immunsystem von Frauen bisher wohl nicht aufgefallen, glauben Gratwohl und Opelz.
Hinweise auf die politisch unkorrekte Abstoßung gab es bisher nur von Zellen aus dem Knochenmark. Weil diese nicht so leicht an Überlastung sterben, waren nur die Transplantationsergebnisse von Männern auf Frauen schlechter.
Das Problem für Männer ist nun nur: Es gibt viel zu wenig männliche Nieren. Der Grund? Der kleine Unterschied: Frauen sind bei der Organspende erheblich großzügiger.
(SZ vom 04.07.2008/mcs)
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Ach, warum immer so kompliziert: Organe nur für Personen mit Organspendeausweis vergeben und basta. Dann löst sich der Mangel ganz schnell auf.
Dem Artikel entnehme ich drei Aussagen:
1. Von Männern stammende Organspenden werden von Frauen überproportional häufig abgestoßen
2. Von Frauen stammende Organspenden versagen bei Männern überproportional schnell aufgrund von Überlastung.
3. Eine Mehrzahl der Organspenden stammt von Frauen.
Angesichts dessen lautet die logische Schlussfolgerung: Man sollte erwägen, Organspenden als passend nicht nur nach Blutgruppe etc. zu definieren sondern auch aufgrund der Geschlechter von SpenderIn und EmpfängerIn. Dabei wären allerdings die männlichen Empfänger benachteiligt, weil es weniger von Männern stammende Spenden gibt.
Erstaunlicherweise titelt aber die Süddeutsche: Männer im Vorteil.
Unfähigkeit, wissenschaftliche Fakten zu beurteilen oder absichtlicher Machismo?
Organe, Männer, Frauen, letztens der Beitrag über organisierten Organhandel ... als Wirtschaftler kommen da einem die Tränen in die Augen, weil es ein schreckliches Beispiel dafür ist, wie eine "Resource" "fehlallokiert" wird. Auf der einen Seite nehmen Millionen Leute ihre funktionierenden Organe mit ins Grab, auf der anderen Seite sterben Leute, weil ihnen die Organe fehlen, oder sie schreiben feministismuslastige Artikel. Und die Experten fordern "das Geschlecht zu berücksichtigen".
Gut und schön, aber wie wäre es, wenn wir uns mal das grundlegende Allokationsproblem ansehen und lösen. Warum spenden so wenige Leute, warum hat fast niemand einen Ausweis?
Ich kann nur für mich sprechen und ein paar Bekannte, mit denen ich darüber gesprochen habe: ich habe keinen. Nicht, weil ich der Meinung bin, ich könnte nach meinem Ableben noch viel damit anfangen, sondern eher, weil der einzige Grund, mir so einen Ausweis zu holen, Nächstenliebe (oder so etwas ähnliches) ist. Daran ist gewiss nichts schlechtes, aber ich laufe nicht zu irgendeiner Gesundheitsbehörde oder zum Roten Kreuz um mir einen Ausweis zu holen, wenn ich in der Zeit besseres zu tun habe (Arbeiten, Tennis, Fernsehen, Beiträge im Internet schreiben). Die persönlichen Initiativen, sich also einen Organspendenausweis zu organisieren, sind nicht besonders.
Im Gegensatz dazu, warum gibt es keine Fehlallokation bei Semmeln, warum gibt es genug Semmeln in Deutschland? Weil der Bäcker Geld bekommt dafür, wenn er eine Semmel verkauft.
Zurück zum Organspendenausweis: würde ich mir einen Organspendenausweis besorgen, wenn ich 100 dafür bekommen würde? Vielleicht, jedenfalls würden mehr Leute einen organisieren. 1000? Aber sicher. Werden alle Leute unterschreiben? Nein, zB. aus weltanschaulichen Gründen. Aber es gäbe dann schon mal viel mehr Organe auf dem Markt, es lohnt sich also viel weniger, illegalen Handel zu betreiben, weil der Preis fällt. Und man muß auch nicht mehr so stark diskriminieren, weil mehr Organe da sind.
Wenn man das so angeht, dann kostet natürlich auch das Organ etwas, wenn man es denn eingepflanzt bekommen möchte, also sind hier vielleicht ärmere Leute schlechter dran.Aber so etwas kann sicher versichert werden (so wie heute Krankheiten versíchert werden) oder man kann sie sonstwie unterstützen (Stiftungen oder staatliche Hilfe).
Aber das grundlegende Problem, dass Organe so knapp sind, wäre durch Aufhebung des Organsozialismus schon sehr viel geholfen.
der text wettert schon wieder gegen die ach so bösen männer. ..die organe der männer sind schuld, männer haben den voteil das sie die organe nicht so schnell abstoßen...
man hätte den artikel auch anders verfassen können - u.a. wie wählerisch die verschiedenen organe seien... und eigentlich wären ja die frauen im vorteil wenn nur sie weibliche organe zugeteilt bekämen, sie seien ja achso viel "spendabler"
schönen tag noch
Paging