Aus der Haut von Parkinsonpatienten haben Forscher Nervenzellen gewonnen. Und diese produzieren sogar den Botenstoff Dopamin, der den Betroffenen im Gehirn fehlt. Eine Therapie ist noch weit entfernt.
Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge haben einfache Hautzellen von Parkinsonkranken in funktionierende Nervenzellen umgewandelt. Diese Nervenzellen sollen damit maßgeschneidert für die Patienten sein.
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Forscher vom Whitehead Institute am MIT haben Hautzellen in funktionierende Nervenzellen verwandelt. (© Foto: Whitehead Institute)
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Sie produzierten sogar den Botenstoff Dopamin, der den Betroffenen im Gehirn fehle, berichten die Wissenschaftler um Rudolf Jaenisch vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts Cell.
Die neuen Zellen enthalten außerdem nicht mehr, wie bislang in der Stammzell-Technik oftmals nötig, Viren oder fremde Gene, die ein Krebsrisiko erhöhen.
Eine Parkinson-Therapie sei jedoch noch weit entfernt, mahnte der deutsch-amerikanische Biomediziner Rudolf Jaenisch. Der nächste Schritt sei, die neuen Nervenzellen in parkinsonkranken Tieren zu testen. Die Arbeit ist im US-Journal Cell veröffentlicht.
Die Forscher um Jaenisch hatten den Parkinsonkranken zunächst Hautzellen entnommen. In diese schleusten sie mit Hilfe eines Virus vier besondere Kontrollgene namens c-Myc, Klf4, Oct4 und Sox2 ein. Diese Erbanlagen beeinflussten rund 3000 Gene in den Zellen und drehten so deren Lebensuhr bis zu einem Embryonalzustand zurück.
Die Zellen wurden damit zu sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen). Mit einem speziellen Enzym entfernten die Forscher das Virus samt der vier Gene nach getaner Arbeit wieder aus den nun dauerhaft verjüngten Zellen. "Wir nutzen ein modifiziertes Virus, dass man herausschneiden kann", sagte Jaenisch.
Danach ließen die Forscher die iPS-Zellen zu den Nervenzellen heranwachsen, die bei Parkinsonkranken zerstört sind. Wie lange solche neuen Zellen in Patienten einmal funktionstüchtig sind, ist aber noch unbekannt. Die grundlegende Ursache für die Parkinsonkrankheit war bei den fünf Patienten unklar.
Erst kürzlich hatte ein britisch-kanadisches Team Hautzellen von gesunden Menschen und Mäusen auf ganz ähnliche Weise verjüngt. Auch diese Forscher nutzten diese vier Kontrollgene, setzten sie aber mit Hilfe eines speziellen Erbgut-Stückes ein. Dieses wurde nach der Rückprogrammierung ebenfalls wieder aus den Zellen entfernt
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(dpa/mcs)
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