Ausgesetzte Riesenschlangen werden in Teilen der USA zur Gefahr für den Menschen. Doch damit nicht genug: Sie stören das gesamte Ökosystem.
Nicht, dass die Bewohner Südfloridas zimperlich wären im Umgang mit Tieren, die in der Not auch Menschen verzehren. Der Alligator im Swimming-Pool etwa ist dort gar kein so seltener Anblick. Allein im vergangenen Jahr entfernten Trapper im Auftrag der Florida Fish and Wildlife Conservation (FWC) fast 10.000 Problem-Krokodile von Stellen, die den Menschen zu nahe waren. Neu ist, das man sich im amerikanischen Süden auch an Pythons, Boas und Anakondas gewöhnen muss.
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Bedrohen in Florida Mensch und Tier: Ausgesetzte Riesenschlangen. (© Foto:)
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Von überforderten privaten Tierhaltern ausgesetzt
Neun Arten nicht-einheimischer Riesenschlangen haben sich in den vergangenen Jahren in der Region etabliert; fünf von ihnen sind derart verbreitet, dass sie eine große Gefahr für die Natur bedeuten, warnt die U.S. Geological Survey (USGS) in einer neuen Studie. Vermutlich seien die Schlangen von überforderten privaten Tierhaltern ausgesetzt worden.
Jetzt vermehren sich zumindest einige Arten mit großem Erfolg: So leben mittlerweile Zehntausende, bis zu fünf Meter lange Tigerpythons (Python molurus) in Südflorida. Im Stadtgebiet von Miami können Passanten bereits Königboas (Boa constrictor) und Nördlichen Felsenboas (Python sebae) begegnen. Und auch die aus Südostasien stammenden Netzpythons (Python reticulatus) schlängeln sich durch die Wasserläufe. Diese häufig mehr als sieben Meter lange, größte Riesenschlange der Welt gilt als die gefährlichste für den Menschen.
Riesenschlangen fressen so ziemlich alles
Doch die wirkliche Bedrohung liege woanders, sagt der USGS-Biologe Robert Reed. "Die Studie zeigt, dass die Riesenschlangen einige unserer wertvollsten Ökosysteme und Naturparks bedrohen, vor allem durch die Jagd auf gefährdete, einheimische Arten." Denn das ist das eigentliche Problem: Riesenschlangen fressen so ziemlich alles, was Haut, Federn oder Fell trägt - am liebsten Säugetiere und Vögel, nicht einmal kleine Krokodile sind vor ihnen sicher.
In schlechter Erinnerung ist der Fall der Pazifikisel Guam, auf die bei Militärtransporten im Zweiten Weltkrieg die Braune Nachtbaumnatter (Boiga irregularis) eingeschleppt worden war. Binnen vier Jahrzehnten hatten die Giftschlangen zehn von zwölf Vogelarten ausgerottet sowie die meisten Fledermäuse, woraufhin auch die Bestäubung der Pflanzen nicht mehr funktionierte.
Ähnliches könnte nun in Florida passieren, wobei es hier noch ein Spezialproblem gibt: Die Tigerpythons in den Sümpfen der Everglades scheinen extrem viel Quecksilber in ihrem Gewebe zu speichern. Panther und Krokodile vergiften sich also, wenn sie die Schlangen erbeuten.
Jagd auf Tigerpythons freigegeben
Noch weiß niemand, wie man die Bestände der äußerst anpassungsfähigen, sich gut versteckenden Schlangen wieder unter Kontrolle bekommt. Der FWC setzt vorerst auf die klassische Lösung und gab Ende August dieses Jahres zumindest die Jagd auf die Tigerpythons frei.
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(SZ vom 16.10.2009)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
"Ich wollte sagen der Görinng hat die Waschberen ausgesetzt und das eine wier von Diego geforderte Datenbank + Überwachung ca. 10 Milliarden kosten würde.."
Und was kostet das Problem der fremden Tiere?
Vielleicht ist es übers Ziel hinausgeschossen und wie gesagt, ich bin nicht dafür, dass man Privatleuten verbietet, Exoten zu halten.
Am Ende ist es, wie immer eine FRage der Bildung.
Dass Göring das war, wusste ich nicht. Irgendwie ironisch, dass gerade er für die Einschleusung von Exoten verantwortlich war.
Ich wollte sagen der Görinng hat die Waschberen ausgesetzt und das eine wier von Diego geforderte Datenbank + Überwachung ca. 10 Milliarden kosten würde...
(Hermann Göring)
Allerdings sind Neos nicht immer so schlimm. Die Nandus ind Brandenburg machen soweit ich weis nix kaputt und irgendwie find ich es lustig dort beim Spazieren riesen Laufvögel sehen zu können.
Wie auch immer ich halte es egal was man macht für unmöglich das die in Florida die Schlangen nun wieder los werden können. Da müßte man schon den ganzen Sumpf trocken legen.
"Wie immer wohl muss erst etwas Öffentlichkeitswirksames passieren damit Menschen vielleicht auch mal in der Masse nachdenken.. "
Mmh, also natürlich muss sowas auch in Medien thematisiert werden, aber es gibt doch zig Beispiele, wo man immer wieder sehen kann, was eingeschleppte Tierarten in der heimsichen Fauna anrichten können und wer das bis jetzt nicht mitbekommen hat, wird es durch solche kurzen Meldungen auch nicht.
Wie lange hört man z.B. schon, was die Agakröte für Probleme in Australien verursacht?
Ne, da ist langfristige Bildung geplant. Sowas muss in der Schule angesprochen werden.
unter Beobachtung der Öffentlichkeit mal auch ganz hilfreich. Steht ja wieder schön im Artikel: "Vermutlich seien die Schlangen von überforderten privaten Tierhaltern ausgesetzt worden. "
Gleiche Frage wie immer: Wenn ich mit Tierhaltung und Pflege nicht umgehen kann, warum muss ich mir dann eines überhaupt anschaffen?? In Deutschland sind es ja vermehrt Hunde und Katzen die ausgesetzt werden; aber auch in überdachten Gewächshäusern mit künstlichen Wasserläufen werden bei uns z.B. Wasserschildkröten ausgesetzt (siehe TV-Bericht von BR3). Das wird aber immer so als "Kavaliersdelikt" abgetan.
Wie immer wohl muss erst etwas Öffentlichkeitswirksames passieren damit Menschen vielleicht auch mal in der Masse nachdenken..
Paging