Kreativität ist kaum zu trainieren
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Es gibt Dutzende Ratgeber, die behaupten, Kreativität lasse sich erlernen. Die Zahl angeblich kreativitätsfördernder Techniken ist hoch. Zunächst wurden Trainings entwickelt, die das divergente Denken schulen sollten, also die Fähigkeit, ungewöhnliche Schlüsse zu ziehen. Dann wurden Brainstorming-Methoden populär.
Dahinter stand der Gedanke: Wenn Menschen viele Ideen produzieren, dann ist darunter irgendwann auch eine gute. Schließlich wurde versucht, die Menschen zu systematischen Problemlösern zu machen. "All diese Methoden haben jedoch nicht den durchschlagenden Erfolg gebracht", sagt der Persönlichkeitspsychologe Ernst Hany. "Kreativität ist nur sehr bedingt trainierbar."
Ein Klassiker unter den Kreativitätsaufgaben ist der Ziegelstein-Test, bei dem es darum geht, so viele originelle Verwendungszwecke für einen Ziegelstein zu finden wie nur irgend möglich. Natürlich gelingt es, Menschen so zu trainieren, dass sie den Ziegelstein-Test mit Bravour meistern. Aber deshalb sind sie noch lange nicht kreativer geworden. Woran es hapert, ist der Transfer. "Das Erlernte lässt sich nur schwer auf andere Situationen übertragen", sagt Hany.
Es gibt kein Wundermittel, das einen Langweiler in ein kreatives Genie verwandelt. Soviel ist klar. Und doch ist es möglich, seine Kreativität zumindest ein wenig zu steigern. Nach Auffassung von Kreativitätsforschern sind all jene Techniken sinnvoll, mit denen wir neue Denkstrategien trainieren. Um das zu erreichen, müssen wir bereit sein, Dinge miteinander zu kombinieren, die eigentlich nicht zusammen passen.
Das Credo lautet: Denk zusammen, was nicht zusammen gehört. Geht es beispielsweise um die Frage, wie sich die Innenräume eines Supermarktes neu gestalten lassen, dann sollte man den Supermarkt gedanklich mit einer Behörde, einem Schwimmbad oder einem Museum vergleichen und sich fragen: Welche Elemente eines Museums oder einer Behörde lassen sich auf einen Supermarkt übertragen?
Ziel dieser Technik ist es, das Vertraute zu verfremden. Wer einen originellen Tisch entwerfen muss, der könnte an eine Schlange denken und sich fragen: Wie müsste ein Tisch aussehen, der sich häutet?
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Erster Arbeitstag als Chef der Deutschen Bank
Es braucht eine "innere Notwendigkeit" sich mit einer Sache auseinander zu setzen.
Hat man diese innere Notwendigkeit muss man nicht besonders schlau, sozial kompetent, oder was auch immer sein um in seiner Sache erfolgreich kreativ zu werden. Man darf nur nicht aufhören. Genau das verhindert die "innere Notwendigkeit". Zum Glück lässt sich diese "i.N." nicht trainieren, manipulieren.
für "normale" Menschen mag dieser Artikel ein Trost oder vielleicht auch Ansporn sein. Aber es gibt ja unter den Kreativen auch ein paar "Kranke". Die sind wahrscheinlich bei den Untersuchungen ausgelassen worden.
Für alle die mehr wissen wollen ein fach mal Schizotypische Persönlichkeitsstörung bei Wiki durchlesen.
Da erhält man einen Vorgeschmack.
mit freundliche Grüße von der Kreativen-Überholspur!
ein "Kranker"
geomorf: "Ich nehme also an, der Dichter wird das Schreiben wohl genauso schwierig finden wie das vorherige Lesen, oder nicht?"
Guter Einwand.
Ich sehe die Leistung des Kreativen ja auch eher in der überraschenden oder neuartigen Verknüpfung, Anordnung und Kombination der Daten aus dem Hirnfundus. Die müssen aber auch erst einmal gesammelt werden. Mir widerstrebt ein wenig der Begriff "Arbeit" für den eigentlichen, kreativen Prozess, wenngleich ich jetzt auch keine Alternative anbieten kann ("tüfteln" vielleicht?).
Das "Happy Feeling" der Drogen spiegelt sich im Artikel wider, auch da haben Sie recht. Wobei ich die hauptsächliche Wirkung der Substanzen aber in der og. Kombinationsfreude sehe. Mir fehlen da zum Glück eigene Erfahrungen, aber meine Beobachtungen führen mich zu diesem Schluss. Letztlich spricht man ja auch von "Bewußtseinserweiterung", wobei das natürlich keine Aussage über die Qualität dieser Extension ist.
Um einem evtl. Mißverständnis vorzubeugen: Diese Treiber sind mE kein Allheilmittel für unkreative Menschen. Sie werden aber genutzt, und das nicht zu knapp (Alkohol inbegriffen).
"Die harte Arbeit besteht mE zum größten Teil darin, den Kopf zu füllen. Der Dichter z.B. profitiert von seinem Wortschatz, den er sich im Vorfeld angelesen hat."
Das ist schon richtig. Aber auch wenn man sehr viel Wissen auf einem Gebiet hat und wirklich kompetent ist, ist es doch genauso schwierig, dieses Wissen auf eine vernuenftige (äh-kreative) Art aufs Papier zu bringen (oder eben wie auch immer zu "Visualisieren"). Ich nehme also an, der Dichter wird das Schreiben wohl genauso schwierig finden wie das vorherige Lesen, oder nicht?
Die Treibmittelchen sind zwar nicht im Artikel beschrieben, aber sie haben doch auf jeden Fall kurzfristig den Effekt, das man "gluecklicher" ist. Und das ist man ja anscheinend kreativer. Wobei, auf die Menschen, die sich zu eifrig der Treibmittelchen bedienen, passt diese Aussage im Text vielleicht eher nicht: "Kreative Menschen sind ziemlich normal - sie gelten als fleißig, verträglich, gesellig."?
Wie sagte Kurt Beck: "Was im Kopf nicht drin ist, kommt auch nicht raus."
Die harte Arbeit besteht mE zum größten Teil darin, den Kopf zu füllen. Der Dichter z.B. profitiert von seinem Wortschatz, den er sich im Vorfeld angelesen hat. Die Frage, wie dieses Reservoir angezapft werden kann, ist natürlich interessant. Möglicherweise führen gewisse Treibmittelchen dazu, die Schleusen im Kopf zu öffnen. Dieser Aspekt wird hier leider nicht behandelt, obwohl es doch genügend Beispiele gibt, dass sich Kreative auf die Türöffner-Funktion von Drogen oder Alkohol berufen. Roger Willemsen z.B. hat mal in einem Interview frank und frei erklärt, dass er den Mariuhana-Konsum als kreatives Werkzeug schätzt.
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