Power-Balance-Bänder "Das ist Betrug"

Auch in Australien spürt Power Balance derzeit Gegenwind. Im Dezember bekam der Hersteller Schwierigkeiten mit der Australian Competion and Consumer Commission (ACCC) wegen irreführender und unbewiesener Behauptungen. Seit dem 22. Dezember heißt es auf der australischen Power-Balance-Webseite: "Wir geben zu, dass es keine glaubwürdigen wissenschaftlichen Belege dafür gibt, die unsere Behauptungen stützen." Das Unternehmen darf nicht mehr mit dem Slogan "Performance Technology" werben und muss enttäuschten Kunden den Kaufpreis erstatten.

Die Firma agiert seitdem deutlich vorsichtiger. Die amerikanische Website reduzierte zuletzt die Werbetexte zu ihren Produkten erheblich. Der deutsche Vertriebspartner Christian Huser betont, er habe zuletzt häufig mit Anwälten gesprochen. Die Firma will die Fehler des Q-Ray-Vermarkters Andrew Park offenbar um jeden Preis vermeiden. Deshalb sagt Huser auch Sätze wie: "Es gibt de facto keinen empirischen Beleg für die Wirkung von Power Balance. Die Leute müssen das für sich selber ausprobieren." Viele Benutzer bei Facebook und in Internetforen preisen die Wirksamkeit nach dem Prinzip: "Mir hat es jedenfalls geholfen, da ist es mir egal, wenn die Wirkung nicht bewiesen ist."

Die Kraft der Einbildung

Bringen die Energie-Frequenz-Armbändchen gläubigen Trägern also doch etwas? "Wenn ein vorhandener Aberglaube aktiviert wird, kann das die Leistung eines Menschen steigern", sagt Lysann Damisch. Die Psychologin zeigte in einer Studie an der Universität Köln, wie vermeintliche Glücksbringer wirken (Psychological Science, online). Damisch gab Probanden einen Golfball mit dem Hinweis, andere Spieler hätten damit besonders gut abgeschnitten. Tatsächlich trafen diese Testpersonen besser als Probanden, denen der Ball ohne den Hinweis überreicht wurde. "Ich könnte mir vorstellen, dass die Armbänder nach diesem Muster wirken", sagt Damisch.

Es ist also die Kraft der Einbildung. Doch ist es deshalb in Ordnung, Produkte für geschätzt den 40-fachen Herstellungspreis zu verkaufen und bewusst falsche Versprechungen zu machen? Nein. Das ehrlichste Produkt dieser Art verkauft die australische Skeptiker-Vereinigung Skeptic Bros. Es nennt sich Placebo Band. Der Slogan lautet: "The Power of Belief."