Wasserstoff wird die Welt antreiben. Die Autos waren erst der Anfang: Als nächstes sollen umweltfreundliche Wasserstoff-Brennstoffzellen die Akkus in Laptop, Handy und Ipod ersetzen.
Es dauert nur noch zwölf bis achtzehn Monate, dann beginnt eine neue Ära der kommerziellen Energienutzung, die die Welt verändern wird. Wir müssen uns darauf vorbereiten, das Potenzial der neuen Technik auszunutzen. Die Gründe für den Umstieg sind offensichtlich.
Nicht nur auf der Erde, sondern auch im Weltraum ist der Energielieferant allgegenwärtig. Die Aufnahme des Hubble-Teleskops zeigt eine leuchtende Wasserstoff-Gaswolke. (© Foto: dpa)
Anzeige
Wir sind zurzeit Augenzeugen der globalen Erwärmung. Die Ölpreise liegen bei 67 Dollar pro Barrel Rohöl, und die globale Wirtschaft wird gebremst, weil Produzenten wie Konsumenten den Gürtel in Erwartung noch höherer Energiepreise in den kommenden Monaten und Jahren enger schnallen. Die Menschheit muss dringend einen Ausweg aus der Öl-Ära finden, um die Zukunft der Zivilisation zu sichern.
Trotzdem setzen die großen Energie- und Stromkonzerne auf ihr hergebrachtes Wirtschaftsmodell; nachhaltig genutzten alternativen Energieformen widmen sie nur kraftlose Worte und schmale Forschungs- und Entwicklungsbudgets.
Die Revolution, von der niemand weiß
Schlimmer noch: Viele Politiker orientieren sich an der Vergangenheit, sie sprechen von einer Renaissance der Kernkraft und setzen verstärkt auf Kohle, Ölsände sowie Schweröl - drei schmutzige Energiequellen, die das Treibhausgas Kohlendioxid freisetzen.
Während aber die Politik-Junkies ratlos sind und Experten die Hände ringen, bahnt sich auf dem Weltmarkt eine Revolution in der kommerziellen Energieerzeugung an - und fast niemand weiß etwas darüber außer ein paar Insidern.
Lasst uns also tragbare Kartuschen mit Wasserstoff-Brennstoffzellen willkommen heißen. Sie werden unsere Vorstellung von Energienutzung umwälzen, das Netz des Handels sowie die politischen und sozialen Beziehungen der Menschen, genauso wie es die mit Kohle gespeiste Dampfmaschine im 19.Jahrhundert getan hat und der mit Benzin betriebene Verbrennungsmotor im 20. Jahrhundert.
Vom Misthaufen in den Laptop
Firmen wie Hitachi, Toshiba, Samsung, Canon, Sanyo, Sony, Panasonic, NEC, Mitsubishi, Fujitsu, Sharp und Olympus liefern sich einen harten Wettkampf, kleine Wasserstoff-Brennstoffzellen auf den Markt zu bringen, um die traditionellen Batterien und Akkus zu ersetzen.
Elektronische Geräte wie Laptop-Computer, Organizer, Handys, Kameras für Digitalbilder und Videos, MP3-Spieler oder tragbare Spielkonsolen würden daraus ihre Energie beziehen. Astronauten gewinnen auf diese Weise seit 30 Jahren Strom für ihre Raumschiffe. Der große Vorteil der Wasserstoff-Brennstoffzellen ist, dass sie keine Abgase erzeugen. Die einzigen Nebenprodukte der Stromerzeugung sind Wärme und Wasser. Für Astronauten sind die Zellen daher auch die Hauptquelle für Trinkwasser.
Die erste Generation der Energie-Kartuschen nutzt vor allem Methanol als Brennstoff. Diesem Alkohol wird der Wasserstoff entzogen, um die Zelle zu betreiben und Strom zu gewinnen. Dabei wird das Treibhausgas Kohlendioxid freigesetzt, aber das ist nur ein Problem, wenn wie bisher das meiste Methanol mithilfe von Öl oder Kohle gewonnen wird.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 3 nächste Seite
Gysi gegen Lafontaine