Noch rast die US-Sonde Phoenix mit 20.000 Kilometern pro Stunde auf den Mars zu. Wenn ihre Landung glückt, soll sie nach Eis graben - um vielleicht Spuren von Leben darin zu entdecken.
Es war eine lange, eine langweilige Reise. 294 Tage, 679 Millionen Kilometer, fast immer auf dem gleichen Kurs. Jetzt aber stehen Phoenix, dem Feuervogel, heiße Stunden bevor. In der Nacht zum Montag soll die US-Raumsonde den Mars erreichen. Sie soll in dessen Atmosphäre eintauchen, gehörig durchgeschüttelt werden und wenig später sanft auf dem Planeten aufsetzen - in der Nähe des Mars-Nordpols, so weit nördlich wie kein Raumfahrzeug zuvor.
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Wiegt fast eine halbe Tonne: die Mars-Sonde "Phoenix" (© Foto: dpa)
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"Wo Phoenix landen soll, gibt es jede Menge Wasser in gefrorenem Zustand - Wasser, das man direkt anfassen kann", sagt Gerhard Neukum, Planetenforscher an der Freien Universität Berlin. Und Wasser zieht Marsforscher seit jeher magisch an. Zwar präsentiert sich der Planet heutzutage staubtrocken, fließendes Wasser ist weit und breit nicht zu sehen. Früher jedoch, darauf deuten Bodenformationen und Gesteinsproben hin, dürfte es auf dem Mars beachtliche Mengen des nassen Elements gegeben haben.
Heute versteckt sich das Wasser unter der Oberfläche des Planeten - in Form von Eis, wie Radaraufnahmen europäischer und amerikanischer Sonden zeigen, die den Mars umkreisen. "Bis zu vier Kilometer mächtig sind die Eis- und Staubschichten an den Polen", sagt Neukum. Das macht den Marsforschern Hoffnung.
Derart tief im Untergrund hat womöglich auch flüssiges Wasser die Zeit überdauert - und mit ihm primitives Leben. "Wenn überhaupt jemals Leben auf dem Mars entstanden ist, könnte es dort noch vorkommen", sagt Neukum. So tief wird Phoenix zwar nicht graben, dennoch erhoffen sich die Forscher wichtige Anhaltspunkte über die Zustände im frostigen Boden, die Zusammensetzung des eisigen Wassers und die Einflüsse, denen es nahe der Oberfläche unterliegt.
Zunächst muss die Sonde, die derzeit noch mit 20.000 Kilometern pro Stunde auf den Mars zurast, allerdings erst einmal auf dem Planeten landen, ohne Schaden zu nehmen. "Und das wird kein Spaziergang", sagt Ed Weiler, Wissenschaftschef der US-Raumfahrtbehörde Nasa. "Ein Raumschiff sicher auf dem Mars zu landen, ist kompliziert und riskant." Die Geschichte gibt Weiler recht. Mehr als die Hälfte aller Versuche schlugen fehl - darunter 1999 auch die Landung des amerikanischen Mars Polar Lander, von dem Phoenix einen Teil der Technik und Instrumente übernommen hat.
Um nicht noch einen Absturz zu riskieren, haben Nasa-Ingenieure das Raumschiff neu aufgebaut und zwei Dutzend Fehler behoben, die zu schweren Fehlern hätten führen können. Auch die Landestelle wurde ganz genau ausgekundschaftet.
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