Nach dem Prinzip "Wie du mir, so ich dir" kooperieren Ratten, wenn es darum geht, an Futter zu gelangen. Und zwar auch, wenn die Tiere sich vorher nicht gekannt haben.
Ratten helfen selbstlos auch unbekannten Artgenossen, wenn ihnen in der Vergangenheit selbst einmal geholfen wurde. Ein solches Kooperationsverhalten war bislang nur von Menschen bekannt, berichten Schweizer Wissenschaftler im Fachblatt PLoS Biology.
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Zusammen stark bei der Nahrungsbeschaffung: Ratten. (© Foto: dpa)
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Der Nachweis des Verhaltens bei Tieren deute darauf hin, dass diese Form von Hilfsbereitschaft keine rein kulturelle Errungenschaft ist, sondern sich im Lauf der Evolution als vorteilhaft erwiesen hat.
Claudia Rutte und Michael Taborsky von der Universität Bern hatten weiblichen Ratten zunächst eine Aufgabe beigebracht, die eine gewisse Kooperationsbereitschaft erforderte: Ein Tier musste einen Hebel drücken, damit ein anderes an ein Stückchen Futter gelangen konnte.
Nachdem die Ratten dieses Prinzip begriffen hatten, begann das eigentliche Experiment. Eine Ratte wurde mit drei unbekannten Artgenossen zusammengebracht, die ihr entweder halfen, an das Futter zu gelangen oder eben nicht.
Dann testeten die Wissenschaftler, inwieweit diese positiven oder negativen Erfahrungen die zukünftige Hilfsbereitschaft der Test-Ratte beeinflusst hatten.
Das Ergebnis: Diejenigen, die in der Vergangenheit Hilfe erfahren hatten, halfen später deutlich häufiger auch anderen, unbekannten Artgenossen. Sie drückten im Schnitt 21 Prozent häufiger den Hebel als diejenigen, die zuvor nicht unterstützt wurden, berichten die Forscher.
Die Tiere kooperieren also getreu dem Motto "Wie sie mir, so ich dir" miteinander. Die Forscher nennen dieses Verhalten verallgemeinerte gegenseitige Kooperation, weil die Ratten nicht nur Verwandten helfen oder Artgenossen, die ihnen zuvor geholfen haben, sondern auch gänzlich fremden Ratten.
(dpa)
Riexinger und Kipping führen die Linke
in der philosophischen Anthropologie (der Teil der Philisophie der sich mit dem Menschen beschäftigt) glaubt man, dass das Wesen/Charakter des Menschen aus 2 Teilen besteht: Der NATUR und der KULTUR.
Der Mensch ist allen anderen Tieren unterlegen: er kann nicht schnell laufen, nicht fliegen etc..
Um diesen Mangel auszugleichen, hat er die KULTUR entwickelt (KULTUR kommt vom lateinischen culture = den Acker bebauen) mit deren Hilfe und vorhandenen Hilfsmaterialien (stöcker, steine, etc.) verändert er seine Umwelt so, dass er in ihr überleben kann (er baut sich z.B. ein Haus). Tiere machen dies nicht, sie passen sich der Umwelt an, in dem sie sich z.B. ein dickes Fell wachsen lassen.
Im Zusammenhang mit dem Artikel bedeutet das, dass man geglaubt hat das das Helfen von Unbekannten etwas künstliches ist, da man dies bis jetzt nur beim Menschen beobachtet hat (der als einziger über die Kultur verfügen). Da allerdings auch kulturlose Ratten sich gegenseitig helfen, muss man sagen, dass diese Fähigkeit ein Bestandteil der Kultur ist.
Ok ist jetzt ev. ein bischen übel beschrieben, aber ich hoffe es hat dir weiter geholfen. Wenn nicht und es dich interresiert kannst du es mir in Gästebuch schreiben und dann werde ich versuchen es dir anders zu erklären.
Schon die Frage ist falsch gestellt. Es werden in der Natur beide Strategien angewendet, um das überleben zu sichern. Das fakultative Kooperieren, welches dem Konkurrenzprinzip nachgeordnet ist, wird im Tierreich rein von diesem überlebens-Zweck bestimmt, nicht etwa von der Moral. Das sollte man nicht durcheinander werfen.
Auf der Ebene des kreatürlichen überlebenskampfes, welchen wir auch mit den Tieren teilen, scheint in Zukunft mehr Kooperation geboten, als Konkurrenz. Der simple Grund: Die Menschheit hat inzwischen Waffen entwickelt, welche in einem Krieg um Rohstoffe und Existenzmittel keinen Sieger mehr hinterlassen wird. Diese primitive EInsicht hat die moralische Ebene noch gar nicht erreicht, durch welche sich der Mensch gegenüber dem Tier so gerne auszeichnen möchte. Trotzdem ist die Völkergemeinschaft noch immer überwiegend vom Konkurrenzdenken bestimmt und kooperiert nur ab und zu "fakultativ", wie z. B. Ratten. Die moralische Ebene, die jedem Menschen seine Grundexistenz ermöglicht, damit er sich als Kulturwesen erst entfalten kann, haben wir noch gar nicht erreicht. Aber selbst vom pragmatischen Standpunkt aus sind wir den Ratten wohl unterlegen.
Au, aah: Ratten sind nicht die besseren Menschen, genauso wenig wie Menschen der Menschen Wölfe sind...
Dieser Analogie-Fimmel...
PS. Ich hab nicht verstanden, was eine "rein kulturelle Errungenschaft" sein soll...?
"....verallgemeinerte gegenseitige Kooperation, weil die Ratten nicht nur Verwandten helfen oder Artgenossen, die ihnen zuvor geholfen haben, sondern auch gänzlich fremden Ratten."
Da sieht man mal wieder: es ist nicht alles 1:1 von Ratten auf den Menschen übertragbar...