Klimawandel Für 1000 Jahre schädlich

US-Klimaforscher zeigen, dass heute ausgestoßene Treibhausgase noch in 1000 Jahren irreversible Folgen haben könnten.

Von Christopher Schrader

In das Jahr 3000 versetzen sich für gewöhnlich nur Science-Fiction-Autoren. Jetzt haben sich auch vier Klimaforscher damit beschäftigt.

Der gegenwärtige Klimawandel wird noch in 1000 Jahren spürbare Folgen haben.

(Foto: Foto: AFP)

Sie zeigen, dass der gegenwärtige Klimawandel noch in 1000 Jahren spürbare, und damit faktisch irreversible Folgen haben könnte (PNAS, online).

Das Quartett um Susan Solomon von der US-Wetterbehörde Noaa, die eine leitende Funktion im Weltklimarat IPCC hat, berechnet zunächst die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre.

Die Forscher betrachten den Fall, dass die Menschheit plötzlich nichts mehr von dem Treibhausgas ausstößt, nachdem dieses einen Spitzenwert erreicht hat.

Anhand dieser Fiktion zeigen die Forscher, wie reversibel Veränderungen im Klimasystem im besten Fall sein könnten. Weil die Atmosphäre das CO2 zwar abbaut, aber der Ozean das zuvor aufgenommene Treibhausgas langsam wieder abgibt, schweben auf Dauer große Mengen davon in der Atmosphäre.

Darum blieben Temperaturen und Meeresspiegel dauerhaft erhöht und die Muster der Niederschläge ändern sich irreversibel.

Eine Verdopplung des CO2-Wertes von 280 ppm (Teile pro einer Million) in vorindustrieller Zeit auf etwa 600 ppm in diesem Jahrhundert löse daher noch im Jahr 3000 um 1,5 Grad Celsius erhöhte Temperaturen aus.

Die Niederschläge in Südeuropa wären dann dauerhaft um mindestens 13 Prozent reduziert. Zurzeit steht der CO2-Wert bei 385 ppm.